Krols neapel-liebe: vom „fiori, fiori“-pech zum ewigen helden

Ruud Krol, der legendäre niederländische Verteidiger, blickt zurück auf eine Karriere, die von Triumphen mit Ajax Amsterdam und einer unvergesslichen Zeit in Neapel geprägt ist. Seine Geschichte ist eine Hommage an die Leidenschaft des Fußballs und die Wärme einer Stadt, die ihn in ihren Bann gezogen hat – und das trotz anfänglicher Sprachbarrieren und einem langen Weg von Vancouver nach Italien.

Der hollandische kaiser in azzurro

Krols Ankunft in Neapel war alles andere als einfach. Nach einem langen Transfer von Vancouver, wo er zunächst eine willkommene Abwechslung nach zwölf Jahren in Amsterdam gesucht hatte, landete er völlig erschöpft in Italien. Doch was folgte, war eine Liebesgeschichte mit der Stadt und ihrem Fußball. Die Art, wie ihn die neapolitanischen Fischer am Lungomare von Mergellina empfingen – eine Welle der Zuneigung und des Enthusiasmus, die er so nicht gewohnt war – rührte ihn zutiefst.

“Ich erinnere mich noch an die Hände dieser Menschen, den Geruch von Fisch… es war überwältigend,” so Krol in einem Gespräch mit der Gazzetta dello Sport. Und obwohl er zunächst Schwierigkeiten hatte, sich auf dem Spielfeld zu verständigen – sein Versuch, die Abseitslinie zu kommunizieren, scheiterte an dem fortwährenden “Fiori, fiori!” – lernte er schnell Italienisch und hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Cruijff: mehr als nur ein trainer

Cruijff: mehr als nur ein trainer

Doch Krols Karriere war nicht nur von Neapel geprägt. Seine Zeit mit Johan Cruijff bei Ajax Amsterdam war von entscheidender Bedeutung. “Cruijff war außergewöhnlich. Er machte dich zu einem besseren Spieler,” schwärmt Krol. “Er war ein Trainer auf dem Platz, las das Spiel wie niemand sonst und forderte uns immer heraus.” Die Übungsduelle mit Cruijff auf dem linken Flügel gegen Mühren und Keizer waren legendär und prägten Krols Spiel.

Heute, mit 77 Jahren, wird Krol in Neapel immer noch als Held verehrt. “Jedes Mal, wenn ich zurückkehre, bin ich überwältigt von den Erinnerungen,” sagt er. “Die jungen Leute sagen mir, dass ich ein Held für ihren Vater war und dass sie ein Foto von mir zu Hause haben.” Er spricht mit Stolz über die Anerkennung und die bleibende Wirkung, die er in Neapel hinterlassen hat.

Und während er die aktuellen Herausforderungen des SSC Neapel, insbesondere die Verletzungspech, bedauert, zeigt er sich optimistisch. “Trotz allem hat das Team nie den vierten Platz verlassen – das spricht Bände über ihre Stärke.” Er bevorzugt dabei den Offensivstil von Spalletti gegenüber der defensiveren Ausrichtung unter Conte. „Mir gefällt es, wenn eine Mannschaft immer angreift und den Gegner bedrängt. Das ist mein Fußball – immer vorwärts!”

Obwohl Krol mittlerweile die Welt bereist und den Sonnenschein sucht, bleibt Neapel ein besonderer Ort in seinem Herzen – ein Ort, an dem er nicht nur Fußballgeschichte schrieb, sondern auch ein Stück seiner Seele zurückließ.