Krols napolitanische seele: ein niederländischer held erinnert sich
Ruud Krol, der Mann, der den Fußball in Neapel veränderte, blickt zurück. Mit 77 Jahren erzählt er von einer Zeit, in der er die Stadt und die Fans verzauberte, eine Zeit, die ihn bis heute prägt. Seine Erinnerungen sind ein Fest für alle, die den „calcio“ lieben – und besonders für die Tifosi von Napoli.
„Fiori, fiori!“ – sprachbarrieren und fischgeruch
Krols Ankunft in Italien war alles andere als ein Märchen. Nach einer langen Karriere bei Ajax Amsterdam und einer Zwischenstation in Vancouver suchte er eine neue Herausforderung. „Ich sagte immer wieder: 'Fiori, fiori!'“, schmunzelt er, „um die Abseitslinie hoch zu halten. Niemand verstand mich!“ Der Neapolitanische Dialekt war eine Hürde, aber der Enthusiasmus der Menschen, besonders der Fischer von Mergellina, überwog. Er erinnert sich an den Tag, an dem er am Strand spazieren ging und plötzlich von einer jubelnden Menschenmenge umringt wurde. „Ihre Hände, der Geruch von Fisch. das war überwältigend.“

Ein holländischer maestro im schatten von cruijff
Die Frage, ob er sich in der Mannschaft von Spalletti oder Conte wohler gefühlt hätte, beantwortet Krol entschieden: „Spalletti! Mir gefällt es, wenn eine Mannschaft immer nach vorne spielt, aggressiv und ohne Angst. Das ist mein Fußball.“ Seine Zeit mit Johan Cruijff bei Ajax war prägend. „Er war ein unglaublicher Spieler und Trainer. Er machte dich besser, forderte dich heraus. Wir haben stundenlang an meinem schwachen linken Fuß gearbeitet.“ Krol beschreibt Cruijff als einen Mann, der wusste, dass er selbst großartig war, aber auch erkannte, dass er ohne seine Mitspieler nichts erreichen konnte – eine wertvolle Lektion für jeden jungen Spieler.

Von vancouver über den comer see zum traum in italien
Krols Weg nach Neapel war lang und beschwerlich, eine Reise von 42 Stunden von Vancouver. Doch die Sehnsucht nach Europa, nach dem italienischen Fußball, war stärker. Als Kind sah er das Debüt von Gianni Rivera beim AC Mailand, ein Moment, der seinen Traum von einer Karriere in Italien nährte. „Mein Vater brachte mich dorthin, und ich sagte ihm: 'Ich will auch mal in Italien spielen!'“ – ein Traum, der in Erfüllung ging und ihn für immer mit dem „calcio“ verband.

Napoli heute: eine frage der mentalität
Auch wenn die Verletzungen die Mannschaft in dieser Saison beeinträchtigt haben, ist Krol beeindruckt von der Leistung von Napoli. „Sie haben nie aufgegeben, waren immer in den Top vier. Das zeigt ihre Stärke.“ Er beobachtet die Serie A mit wachsamen Augen und lobt insbesondere Malen und De Roon für ihre Leistungen. Die Zukunft des napolitanischen Fußballs sieht rosig aus, solange die Mannschaft ihren unbändigen Willen und ihre Leidenschaft behält.
Krols Vermächtnis in Neapel ist unvergessen. Er ist mehr als nur ein niederländischer Fußballspieler; er ist ein Teil der Stadt, ein Symbol für Leidenschaft, Talent und die Magie des Fußballs. Und er wird immer der „Olandese Napoletano“ bleiben – ein Mann, dessen Herz für immer im Schatten des Vesuvs schlagen wird.
