Mainz 05: fischer warnt vor selbstgefälligkeit trotz beeindruckender rückrunde

Mainz 05 hat unter Trainer Urs Fischer eine bemerkenswerte Entwicklung hingelegt. Nach einer erschütternden Hinrunde präsentiert sich das Team nun als ernstzunehmender Konkurrent und steht kurz vor dem Klassenerhalt. Doch der erfahrene Coach warnt eindringlich vor Selbstüberschätzung, obwohl die Lage für die Mainzer rosiger aussieht als je zuvor.

Ein punkt mehr als freiburg, ein weniger als leverkusen: die beeindruckende bilanz

Ein punkt mehr als freiburg, ein weniger als leverkusen: die beeindruckende bilanz

Genau eine Halbserie ist Urs Fischer nun Trainer von Mainz 05, und die Ergebnisse sprechen für sich. Die Mannschaft hat in dieser Zeit lediglich einen Punkt weniger geholt als Bayer Leverkusen und sogar einen mehr als der Sport-Club Freiburg – eine Leistung, die in Anbetracht des schwierigen Saisonstarts kaum zu übertreffen ist. Die Formtabelle seit dem 14. Spieltag zeigt Mainz auf einem respektablen siebten Platz, mit sieben Siegen und ebenso vielen Unentschieden. Lediglich drei Niederlagen unterstreichen die deutliche Leistungssteigerung.

Am Samstag steht nun das Duell gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München an (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker). Ein Sieg in dieser Partie würde den Klassenerhalt quasi perfekt machen, angesichts des komfortablen Acht-Punkte-Vorsprungs auf den direkten Abstiegsplatz erscheint dies jedoch kaum in Frage zu stellen. Dennoch bleibt Fischer seinem pragmatischen Ansatz treu: „Die Ausgangslage hat sich deutlich verbessert. Die Mannschaft hat es ausgezeichnet gemacht, aber sie soll sich nichts einbilden, wir sind noch nicht durch.“

Ein besonderes Novum: Die Lizenz erster Klasse und ein Rekordumsatz – ein Zeichen der finanziellen Stabilität und des professionellen Aufstiegs des Vereins.

Fischer geht davon aus, dass die Bayern, trotz des Gewinnens der Deutschen Meisterschaft und dem bevorstehenden Champions-League-Duell gegen Paris St. Germain, nicht locker lassen werden. „Das entspricht nicht der Mentalität, die Vincent Kompany vermittelt“, so Fischer. Er betont, dass Kompany es geschafft hat, neben der individuellen Klasse auch den Teamgeist und den Teamspirit zur größten Stärke der Bayern zu machen.

Personell kann Fischer gegen München auf Nadiem Amiri und Anthony Caci zurückgreifen, die ihr Startelfdebüt nach einer Verletzungspause beim 1:1 in Gladbach „gut verkraftet haben“. Besonders Amiri, der eigentlich früher ausgewechselt werden sollte, aber durch ein Bauchgefühl Fischers bis zur 8. Minute der Nachspielzeit auf dem Platz blieb und dann den entscheidenden Elfmeter zum Ausgleich erzielte, überzeugte.

Die Torwartfrage scheint für Fischer bereits geklärt: Obwohl Robin Zentner wieder einsatzfähig ist, wird er voraussichtlich dem jungen Daniel Batz weiterhin das Vertrauen schenken, der seine Rolle als Vertreter von Zentner bisher sehr gut gemeistert hat. Die Genesung von Jae-Sung Lee (Zehenbruch) und Maxim Leitsch (Oberschenkelverletzung) verläuft positiv, und ein Comeback von Lee in den letzten drei Saisonspielen ist durchaus möglich.

Die Mainzer haben unter Fischer eine beeindruckende Entwicklung durchlaufen. Der Klassenerhalt scheint nun sicher, und die Fans können sich auf eine spannende Zukunft freuen. Doch die Worte des Trainers mahnen zur Bescheidenheit – der Sport ist unberechenbar, und Selbstgefälligkeit ist der größte Feind des Erfolgs.