Krols napoli-erinnerungen: "fiori, fiori" und die handschläge der fischer

Ruud Krol, der legendäre niederländische Verteidiger, blickt zurück auf seine Zeit in Neapel und offenbart Anekdoten, die zeigen, wie er die Stadt und den Fußball Italiens eroberte. 77 Jahre jung, erinnert sich Krol an die Herausforderungen und die unvergessliche Wärme, die er in der napoletanischen Kultur fand – eine Wärme, die selbst die Sprachbarriere nicht überwinden konnte.

Von vancouver nach neapel: ein weg voller hindernisse

Krols Wechsel nach Neapel war kein einfacher Weg. Er wurde von Vancouver ausgeliehen, obwohl ihn der SSC Napoli schon seit längerem begehrte. Nach 12 Jahren bei Ajax Amsterdam suchte er nach neuen Herausforderungen und fand sie zunächst in Kanada. Doch die Sehnsucht nach Europa blieb, und Antonio Juliano, der damalige Napoli-Manager, ließ nicht locker. „Ich will dich beim Napoli“, wiederholte er ihm stets, bis Krol schließlich in die Serie A wechselte.

Die Ankunft in Neapel war alles andere als komfortabel. Krol lebte zunächst in einem Hotel, da die Wohnungssuche sich als schwierig erwies. Vier Monate vergingen, bis er endlich ein Zuhause in Posillipo fand. Die Schönheit und Ruhe der Stadt faszinierten ihn, und besonders die Begegnung mit den Fischern in Mergellina hinterließ einen bleibenden Eindruck. „Einmal wachte ich früh auf und ging am Lungomare spazieren. Ein Fischer sah mich und rief alle anderen herbei. 'Da ist Krol!' Sie umarmten mich, und der Geruch von Fisch war allgegenwärtig – eine Erfahrung, die ich so nicht gewohnt war.“

Die sprachbarriere und das geheimnis von „fiori, fiori“

Die sprachbarriere und das geheimnis von „fiori, fiori“

Die Verständigung auf dem Platz gestaltete sich zunächst schwierig. Krol erinnert sich lachend an ein Spiel gegen Ascoli, bei dem er versuchte, die Abseitslinie hochzuhalten, indem er immer wieder „Fiori, fiori“ rief. „Sie haben mich natürlich nicht verstanden“, gesteht er. „Deshalb suchte ich nach dem Spiel einen Italienischlehrer auf. Zuerst lernte ich die Fußballbegriffe, dann die Grundlagen der Konversation.“

Johan cruijff: mehr als nur ein teamkollege

Johan cruijff: mehr als nur ein teamkollege

Ein weiterer wichtiger Bezugspunkt in Krols Karriere war Johan Cruijff. „Er war außergewöhnlich“, schwärmt Krol. „Er machte dich zu einem besseren Spieler. Er war ein Trainer auf dem Platz, der den Fußball wie kein anderer verstand. Wir diskutierten viel, es war ein sehr ehrliches Verhältnis. Er wusste, dass er stark war, aber auch, dass er ohne die anderen zehn Spieler nichts erreichen konnte.“

Napoli heute: ein starkes team, geplagt von verletzungen

Napoli heute: ein starkes team, geplagt von verletzungen

Auch im hohen Alter verfolgt Ruud Krol die Entwicklung des SSC Neapel. „Das Problem mit den Verletzungen war eine Katastrophe. Aber trotz allem ist das Team nicht unter den ersten Vier Platzierungen gesunken, was zeigt, wie stark es ist.“ Krol schätzt insbesondere die Spielweise von Trainer Spalletti: „Mir gefällt es, wenn eine Mannschaft immer angreift und gegen den Gegner verteidigt. Das ist mein Fußball. Immer nach vorne!“

Die Erinnerungen an seine Zeit in Neapel sind für Ruud Krol noch immer lebendig. Bei jedem Besuch in der Stadt wird er von den Menschen mit offenen Armen empfangen – ein Beweis für die tiefe Verbundenheit, die er mit der Stadt und ihren Menschen aufgebaut hat. Er ist mehr als nur ein niederländischer Fußballer; er ist ein Neapolitaner durch und durch.