Kreuzband-exit: castroman raus – schaffhausens kapitän fällt komplett

Miguel Castroman wird nicht mehr auflaufen. Der 30-Jährige zog sich am Dienstag einen Kreuzbandriss im rechten Knie zu, der FC Schaffhausen verliert damit seinen Kapitän für den Rest der Promotion-League-Saison.

Die Diagnose traf den Klub wie ein Gegentor in der Nachspielzeit. Castroman war erst im Sommer vom abstiegsbedrohten FC Thun gekommen, wo er mit vier Toren und sieben Vorlagen zum Aufstiegshelden avanciert war. In Schaffhausen sollte er die Ruhe in ein Projekt bringen, das nach dem Abstieg aus der Challenge League wieder Richtung Profifußball lenken wollte. Stattdessen endet seine erste Amtszeit vorzeitig im OP-Saal.

Captain ohne helm: schaffhausen verliert leitwolf

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Die Zahlen zeigen, wie sehr der Mittelfeldspieler unter den neuen Rahmenbedingungen litt. 19 Partien, drei Torbeteiligungen – ein Absturz im Vergleich zur Vorjahresbilanz. Dennoch war Castroman gesetzt, weil er das Spiel lesen kann wie ein QR-Code und weil seine Stimme im Kader Gewicht hat. Nun fehlt dem Tabellenneunten nicht nur ein Spielmacher, sondern auch die Hierarchie auf dem Rasen.

Trainer Patrick Isabella muss umstellen. Der Youngster Elia Zogovic wartet auf seine Chance, Routinier Kastriot Ndau könnte ins Zentrum rücken. Doch keiner bündelt Erfahrung und Übersicht so sehr wie der Verletzte. Die Frage lautet nicht mehr, ob die Grün-Weissen den Anschluss schaffen, sondern wie sie ohne ihren Feldgeneral überhaupt die Klasse halten.

Castroman selbst schrieb auf Instagram nur drei Worte: «Bis bald, Platz.» Darunter ein Foto, das ihn mit hochgezogenem Trikot zeigt – das Tattoo auf der Rippenlinie ist ein Kompass. Nun steht der Kapitän vor einem Jahr ohne Spielpraxis, seine Karriere droht erneut auf Schiene zu verharren. Der FC Schaffhausen wird die Kapitänsbinde an Neuzugang Vincent Rüfli übergeben, doch die Führungsschwäche bleibt. Die Saison ist gelaufen, bevor sie richtig begann.