Tiago tomas jagt porto ohne groll – und mit startelf-traum
Donnerstag, 18.45 Uhr, Arena auf Betriebstemperatur: Tiago Tomas steht vor dem Vergleich, der seine Biografie auf den Kopf stellt. Gegen FC Porto – einst Erzfeind im Dress von Sporting Lissabon, heute Gegner im Achtelfinale der Europa League mit dem VfB Stuttgart. Kein Hass, kein Provokationsgetöse, nur der Wunsch, von Anfang an zu stürmen. „In Portugal war es Rivalität. Heute sehe ich das nicht mehr so“, sagt der 23-Jährige. Die Worte klingen wie ein Friedensschuss vor dem Spiel.
Startelf-chance steht offen – hoeneß hüllt sich in schweigen
Sebastian Hoeneß lässt sich nicht in die Karten blicken. Gegen Heidenheim noch Bank, nun möglicherweise Spitze im 4-2-3-1. „Tiago hat diese Woche sehr gut trainiert, wirkt explosiv, scharf“, sagt der Trainer. Genug, um den portugiesischen Kollektivgeist zu spalten? Vier Pflichtspiele gegen Porto stehen in Tomas’ Akte: ein Sieg, zwei Remis, eine Niederlage – kein Tor. Statistiken sind keine Prophezeiungen, aber sie nageln Erinnerungen fest.
Die Zahlen sind ihm egal. Er will den Moment, in dem sein Name durchs Stadion donnert, begleitet von Familie und Freunden, die extra aus Lissabon anreisen. „Es wird ein besonderes Spiel für alle, die hier sein werden“, sagt er. Das Heimspiel der Gefühle, das Auswärtsspiel der Karriere.

Porto ist champions-league-niveau – stuttgart muss sich verstecken
Hoeneß schaltet auf Warnstufe Rot. „Porto ist eine Mannschaft, die auch im Achtelfinale der Champions League stehen könnte“, betont er. Intensität, Sprintbereitschaft, athletische Robustheit – gefolgt von filigranen Ballstafetten. „Wenn du Schwächen zeigst, werden sie offengelegt.“ Keine Lektion, sondern ein Befehl. Der VfB muss sich nicht verstecken, aber er darf nicht glänzen lassen.
Für Tomas ist das Duell ein Homecoming light. Keine Derbynähe mehr, aber ein Stück Identität. Sporting prägte ihn, Porto forderte ihn heraus. Jetzt trägt er das Weiß-Rede von Stuttgart und will die Farben mit einem Sieg in etwas Außergewöhnliches verwandeln. Die Uhr tickt. Die Arena bebt. Und Tomas? Er ist bereit, die Vergangenheit abzuschütteln – mit einem Schlag in die Zukunft.
