Kownacki zerlegt ex-klub: herthas aufstiegs-monster erwacht
29 Jahre, 26 Pflichtspiele, 3 Treffer – und plötzlich Doppelschlag im alten Wohnzimmer. Dawid Kownacki schlug in Düsseldorf ein wie ein Brecher und schickte Hertha BSC mit einem 5:2 auf Spur Richtung Bundesliga.
Kein jubel, nur ein nicken – dafür zwei direkte torbeteiligungen
Beim 3:1 köpfte er ein, beim 4:1 legte er auf – und verzichtete demonstrativ auf jeden Jubel. „Fünf Jahre habe ich hier gespielt, mein Sohn wurde hier geboren“, sagte der Pole nach Abpfiff mit nachvollziehbarer Rührung. Doch der Respekt vor der Vergangenheit nützte Hertha nichts, wenn er nicht endlich auch Gegenwarts-Tore liefert. Genau das tat er.
Die Zahlen dahinter sind gnadenlos: Dreivierteljahr verloren, zweimonatige Sprunggelenkspause, Infekt im Winter-Trainingslager, drei Spiele Sperre nach Rot gegen Darmstadt. Ein halbes Leben für einen Profi, der eigentlich als Upgrade für Piatek & Co. nach Berlin geliehen wurde.

Thioune wartet, berlin jubelt – kaufpflicht oder rückkehr?
Bis Juni läuft der Leihvertrag aus Bremen, wo seit Februar sein früherer Förderer Daniel Thioune das Zepter schwingt. Steigt Hertha, kostet die Kaufklausel angeblich vier Millionen – ein Schnäppchen, wenn Kownacki weiterspielt wie gegen Düsseldorf. Bleibt die Zweitliga-Mannschaft, könnte Werder einen Rückhol-Kandidaten für die eigene Offensive nutzen.
Kownacki selbst redet das Thema klein: „Ich habe zu viele Spiele verpasst, als dass ich über die Zukunft nachdenken würde. Ich muss jetzt meine Arbeit machen.“ Klingt bescheiden, ist aber genau der Ton, den Trainer Pal Dardai hören will. Denn der Stürmer liefert nicht nur Tore, sondern rückt mit verschobenem Zentrum und zweitem Lauf permanent Räume frei – ein Lehrstück für die jungen Berliner Flügel.
Fazit: Nach dem verletzten Jahr zeigt Kownacki, warum Hertha ihn holte. Drei Spiele, zwei Torbeteiligungen, eine Spur Selbstvertrauen – und die Erkenntnis, dass der Aufstieg vielleicht doch über Düsseldorf führt, nur eben diesmal in Blau-Weiß.
