Kompany-bayern demoliert union: 4-0, vorsprung wächst auf 12 punkte

Die Roten walzen weiter. Mit dem nächsten Schützenfest – 4-0 gegen Union Berlin – hat der FC Bayern vor 75.000 in der Allianz Arena die Meisterschaft schon jetzt auf Distanz gehalten. Zwölf Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund, ein Spiel weniger, sieben Runden vor Schluss. Die Berliner waren nur 43 Minuten lang Konkurrenz, dann zerlegte Vincent Kompanys Offensivmaschine das Gegnersystem in seine Einzelteile.

Olise entzündet den turbo, gnabry liefert den doppelpack

Olise entzündet den turbo, gnabry liefert den doppelpack

Der Knackpunkt war klar definiert: Minute 43. Michael Olise nahm einen Querschläger mit links, ließ den Ball durch die Schnittstelle sausen und traf flach ins lange Eck. Kurz vor dem Pausenpfiff schlug Serge Gnabry per Seitfallzieher nach, nach der Pause erhöhte Harry Kane per Direktabnahme auf 3:0. Gnabry komplettierte mit dem 4:0 seinen Doppelpack, als er einen abgewehrten Schuss per Sprint abfing und einschob. Union-Trainer Nenad Bjelica stand mit verschränkten Armen an der Linie, sein Team hatte in 90 Minuten keinen einzigen Torschuss auf Manuel Neuers Kasten.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 73 Prozent Ballbesitz, 24:0 Torschüsse, 3,4 Expected Goals – ein Lehrstück in Sachen Kontrollfußball. Kompany ließ nach Abpfiff keine Euphorie zu: „Wir haben wieder gezeigt, dass Standardsituationen und zweite Bällen unsere DNA sind. Aber wir haben noch nichts gewonnen.“ Der Belgier strich sich die Haare aus der Stirn, die Nachfrage nach dem Meister-Tänzchen winkte er ab.

Die Meisterschaft bleibt ein Kampf gegen die eigene Konzentration. Am Samstag gastiert Bayern in Freiburg, Dortmund empfängt schon am Freitag den HSV. Sollte der BVB patzen, winkt dem Rekordmeister bereits an Ostern die 33. Bundesliga-Krone. Die Berliner rutschen dagegen auf Platz 15 ab und müssen bangen, dass der Relegationsplatz nicht doch noch zu greifbar wird. Trainer Bjelica biss sich auf die Lippen: „Wir haben nur geschaut, wie sie den Ball herumschieben. Das ist nicht unser Niveau.“

Bayern hat in dieser Saison schon acht Pflichtspiele mit vier oder mehr Toren gewonnen. Kein anderes Team Europas trifft so gnadenlos. Die Tordifferenz steht bei 78:20 – ein Monstrum. Und während die Konkurrenz nach Lösungen sucht, dreht Kompany weiter an der Schraube. Sein Fazit fällt kurz aus: „Wir wollen Rekorde, nicht nur Titel.“ Nach dieser Vorstellung glaubt ihm kein Mensch mehr, dass es anders kommt.