Kompany: kein „besonderes“ gegen psg – guardiola in schutz genommen

München – Vincent Kompany, der neue Coach des FC Bayern, hat vor dem brisanten Rückspiel im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain die Spekulationen um taktische Überraschungen von vornherein ad acta gelegt. Stattdessen nahm er seinen ehemaligen Lehrmeister Pep Guardiola in die Pflicht, nachdem dessen Vergangenheit mit fragwürdigen Entscheidungen in wichtigen Spielen wieder diskutiert wird.

Die guardiola-debatte: medien-quatsch oder berechtigte kritik?

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Die Frage, ob Kompany im Duell gegen PSG etwas „Besonderes“ unternehmen wird, beantwortete der Bayern-Trainer auf die Sport1-Nachfrage mit einem klaren „Nein“. Er betonte, dass solche Ansagen vor einem wichtigen Spiel unnötig wären und eher der Berichterstattung dienen würden. „Wenn ich sagen würde, ich will etwas Besonderes machen, wäre das eine sehr blöde Antwort von mir“, erklärte Kompany.

Die Diskussion um Guardiola, der im Halbfinal-Rückspiel 2014 gegen Real Madrid eine vermeidbare 0:4-Niederlage verantwortete, nahm Kompany vehement in Schutz. „Die größte Scheiße, die ich jemals als Trainer gemacht habe“, hatte Guardiola damals selbst gesagt. Kompany konterte: „Grundsätzlich ist es ungerecht, Guardiola mit solchen Fehlentscheidungen in Verbindung zu bringen. Ich habe auch unter Pep gespielt – das stimmt nicht, dass er alles ändert in den wichtigen Spielen, das ist nur Medien-Quatsch.“

Die Doppelmoral der Medien, so Kompany, sei offensichtlich: „Wenn man verliert, muss man sich immer erklären. Und wenn man gewinnt, hat man immer recht. Mehr ist es nicht.“ Das unterstreicht die pragmatische Herangehensweise des Bayern-Trainers an den bevorstehenden Wettbewerb. Er hat in den letzten Tagen offenbar eine beeindruckende Detailarbeit geleistet, wie seine Aussage beweist: „Ich habe wahrscheinlich 35 Spiele von PSG in den letzten Tagen gesehen.“

Trotz des Respekts vor dem Gegner und der Aufgabe, ließ Kompany durchblicken, dass er sich nach dem Spiel nicht vor Schlaflosigkeit quälen wird. „Ich werde keine Probleme haben, einzuschlafen“, so Kompany. „Ich gehe meiner Arbeit nach, denke viel nach – aber wenn ich das Gefühl habe, dass es genug ist, schlafe ich auch ruhig.“ Eine Aussage, die Selbstverständlichkeit und Zuversicht ausstrahlt.