Espanyol versinkt im chaos: 17 partien, ein sieg – der abstieg klopft laut
Der Espanyol spielt sich in Rekordzeit aus der Europa-Rennen-Zone direkt in die Zweitliga-Angst. Seit Jahresbeginn 2026 holte Manolo González’ Team gerade mal 6 Punkte aus 17 Spielen – ein Return, der selbst in den dramatischsten Abstiegsjahren der Klubhistorie seinesgleichen sucht.
Die tabelle lügt nicht: letzter platz, 19 tore differenz
Die Zahlen sind lauter als jedes Fanprotest-Ruf: 15 Tore erzielt, 34 kassiert. Die negative Differenz von 19 Treffern macht den Espanyol zum Schlusslicht des Kalenderjahres und zum Lieblingsgegner der Konkurrenz. Von einst 39 Zählern Gesamt sind nur noch drei Vorsprung auf Alavés, den Relegations-Platz 18, übrig. Ein einziger weiterer Patzer und die „pericos“ rutschen durch.
Die Serie liest sich wie ein Horror-Skript: sechs Remis, elf Niederlagen, kein Sieg. Dabei hatte der Saisonstart noch von früher Stärke gekündet – Platz fünf nach sieben Spieltagen, das RCDE Stadium voller Hoffnung. Doch was danach folgte, ist ein Kollaps mit Ansage. Die Gegner durchschauten González’ 4-2-3-1, die zentrale Achse um Calero und Gragera verliert fast jeden Zweikampf, und vorne fehlt die Durchschlagskraft, seit Pere Milla seine Torform verloren hat.

Der restprogramm ist ein minenfeld
Die kommenden vier Partien dürften über Klassenerhalt oder Desaster entscheiden. Erst gastiert der Klub im Sánchez-Pizjuán bei einem Sevilla, der selbst um Luft ringt. Danach empfängt der Espanyol das europa-hungrige Athletic Bilbao, reist ins rote Navarra-Dorf nach Osasuna und kassiert zum Finale der Serie die Real Sociedad – aktuell Tabellendritter. Selbst Optimisten rechnen hier maximal mit zwei Punkten, wenn nicht endlich der Knoten platzt.
Während Rayo Vallecano (plus 18 Zähler) und die Trio-Gruppe Levante, Valencia sowie Girona (je plus 17) kräftig zulegten, standen die Katalanen still. Das Transferfenster im Winter brachte zwar Verstärkung durch Leihe, doch die Integration hapert. Die Umkleidekabine soll verhalten sein, González’ Stimme laut Insidern nicht mehr dieselbe Autorität. Präsident Chen Yansheng ließ über Berater verlauten, „man werde alle Optionen prüfen“ – ein Satz, der in der Branche sofort als Feueralarm gilt.
Wenn der Espanyol am 34. Spieltag nicht mindestens einen Platz über der Abstiegslinie steht, droht das finanzielle Debakel: TV-Gelder sinken, Sponsoren springen ab, der Neubau der Akademia muss weiter verschoben werden. Die Fans planen bereits Protestmärsche vor dem Klubbüro. Die Spieler? Sie schweigen, nach dem jüngsten 0:3 in Vigo nur ein kurzes Wort an die Presse: „Wir schulden der Anhängerschaft eine Reaktion.“
Die Reaktion muss allerdings kommen – und sie muss punkten. Denn der Abstieg klopft nicht mehr, er steht mit dem Fuß in der Tür. Am Ende könnte ausgerechnet das einstige Überraschungsteam der Hinrunde zum Synonym für sportlichen Selbstmord werden.
