Bremer fußball revolutioniert: mehr flexibilität für amateure!
Der Bremer Fußball-Verband (BFV) krempelt den Herrenspielbetrieb um – und das aus gutem Grund. Nach einem kontinuierlichen Rückgang der aktiven Spieler und Mannschaften über fünfzehn Jahre hinweg, wagt der Verband einen mutigen Schritt, um den Amateurfußball in Bremen und Bremerhaven wiederzubeleben. Eine Struktur, die den Bedürfnissen der modernen Zeit Rechnung trägt und möglichst viele Akteure ans Band lockt, ist das Ziel.

Drei säulen für den fußball der zukunft
Das neue Konzept, das am 20. Juni beim Verbandstag zur Abstimmung steht, basiert auf drei klar definierten Segmenten. Der leistungsorientierte Spielbetrieb, in dem die Bremen-, Landes- und Bezirksligen angesiedelt sind, bleibt im Wesentlichen unverändert. Hier prägen weiterhin Doppelrunden mit elf Spielern pro Mannschaft und 16er-Ligen das Bild. Aber bereits die Anpassungen in den anderen Bereichen zeigen, dass der BFV bereit ist, Konventionen zu hinterfragen.
Die Kreisligen A und B sollen hingegen deutlich mehr Flexibilität erfahren. Die Staffeln werden auf 14 oder 12 Mannschaften reduziert, um freie Wochenenden zu ermöglichen und ausgefallene Spiele nachzuholen. Starre Doppelrunden gehören der Vergangenheit an – stattdessen könnten zwei Einfachrunden pro Saison gespielt werden. Ein besonderes Augenmerk liegt hier auf der Kreisliga B, wo Vereine künftig beliebig viele Mannschaften melden dürfen. Selbst die Möglichkeit, dass zwei Teams eines Vereins in derselben Staffel antreten, wird in Betracht gezogen.
Doch der wahre Innovationsschritt liegt im Freizeit- und Hobby-Spielbetrieb. Anstelle fester Ligaspiele sollen Turniere und Spielnachmittage mit maximal acht Mannschaften im Vordergrund stehen. Auch hier wird die Festspielregelung flexibilisiert, was bedeutet, dass Spieler leichter von einer höheren in eine niedrigere Liga wechseln können. Die Möglichkeit, zurückgezogene Mannschaften in Einfachrunden zu integrieren, rundet das Angebot ab. Der BFV plant zudem, zusätzliche Fußballangebote zu entwickeln, an denen auch Spieler ohne offizielle Spielberechtigung teilnehmen können. Schon 2026 soll ein Kleinfeld-Cup als Pilotprojekt stattfinden.
Die Entscheidung für diese Neuerung ist kein Zufall. Der BFV hat erkannt, dass sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändert haben. Freizeitverhalten und Arbeitswelt sind komplexer und zeitlich vielfältiger geworden – und der Amateurfußball muss sich daran anpassen, um nicht weiter Spieler zu verlieren. Die neuen Strukturen sollen den Vereinen ermöglichen, den Bedürfnissen ihrer Mitglieder besser gerecht zu werden und so die Lebensfreude am Fußball zu erhalten. Der Verbandstag am 20. Juni wird zeigen, ob die Mehrheit der Vereine diesen mutigen Schritt unterstützt. Die Entscheidung ist gefallen: Der Amateurfußball in Bremen bekommt einen Frischstart.
