Kölner haie jagen den titel: 24 jahre sehnsucht brennen in den playoffs

Die Kölner Haie starten als Hauptrunden-Meister mit 116 Punkten in die Playoffs – und plötzlich ist der Mythos vom ewigen Zweiten Geschichte. 24 Jahre nach dem letzten Meistertitel flackert im Rheinland wieder das Feuer der Euphorie, doch die Schwenninger Wild Wings warten als erstes Stolperstein.

Die haie haben alles – außer das, was wirklich zählt

Janne Juvonen steht im Tor, kühlt wie ein Eisblock die heißen Köpfe der Gegner. Kari Jalonen coacht mit der Gelassenheit eines Zen-Meisters. Die Angriffsreihen feuern Tore im Akkord. Und trotzdem: Die Playoffs sind kein Punktesammeln, sondern ein Krieg im Eis. Schwenningen hat nichts zu verlieren – und genau das macht die Wild Wings gefährlich.

Alexander Karachun heizt mit 21 Saison-Treffern und drei Playoff-Toren gegen Wolfsburg. Joacim Ericson fischt mit 91 % Fangquote fast jeden Puck aus dem Netz. Die Haie gewannen alle vier Hauptrundenduelle, doch zwei Endspiele gingen nur mit 6:5 und 3:2 über die Linie. Kleinigkeit: In der Post-Season zählt nicht Dominanz, sondern Nervenkraft.

2014 Brennt noch in den köpfen

2014 Brennt noch in den köpfen

Ingolstadt schmiss damals als Neunter nacheinander Favoriten raus, Köln im Finale. Sportdirektor Matthias Baldys schwört, dass seine Mannschaft „nur an Schwenningen denkt“, doch die Geschichte nagt. Letzte Saison schon stand der KEC im Endspiel, scheiterte an Berlin. Diesmal soll die Trophäe endlich wieder in die Lanxess-Arena – und die Stadt würde erbeben.

116 Punkte sind Papier. Die echten 16 Punkte bis zum Titel beginnen heute Abend um 19.30 Uhr. Wenn Juvonen seinen ersten Shutout landet und Karachun erstmals leise bleibt, ist der erste Schritt gemacht. Sonst wird aus der großen Sehnsucht schnell die nächste Playoff-Melancholie.