Köln verlängert mit hübers – trotz horror-verletzung und offenem comeback

Timo Hübers wird trotz seines kaputten Knies nicht fallen gelassen: Der 1. FC Köln zieht die Notbremse und verlängert den Vertrag des verletzten Abwehrchefs – ein Statement, das im Geschäftsmodell Bundesliga selten ist.

Warum köln jetzt doch unterschreibt

Seit dem 29. Oktober schaut der 29-Jährige nur noch von der Tribüne. Beim 0:1 gegen Dortmund riss nicht nur ein Kreuzband, mehrere Strukturen im rechten Knie gingen kaputt. Die Diagnose: Mehrbandtrauma mit Meniskus-Beteiligung. Für Klubs meist ein Grund, zu winken. Köln macht das Gegenteil. Intern ist die Verlängerung längst beschlossen, nur die Detailfrage der leistungsabhängigen Klauseln verzögert die Unterschrift. Der bisherige Kontrakt läuft am 30. Juni aus, Hübers wäre ablösefrei. Das wollte der FC verhindern – aus Rückendeckung, aber auch aus nackter Kalkulation.

Die Kaderplanung läuft längst auf zwei Gleisen. Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler baut weiter auf einen neuen Innenverteidiger, gleichzeitig soll Hübers als Joker in der Hinterhand bleiben. „Er hat schon zweimal nach Kreuzband-OPs zurückgekommen, er kennt den Weg“, sagt ein Staff-Mitarbeiter. Die Leihgabe von Armel Bella-Kotchap ist deshalb keine Eintagsfliege, sondern Teil eines Sicherheitsnetzes, das Platz für ein Comeback lässt – aber keinen Druck erzeugt.

Der zeitplan bleibt ein geheimnis

Der zeitplan bleibt ein geheimnis

Kein Termin für Laufband, kein Ziel für Team-Training. Die medizinische Abteilung hat intern eine 8- bis 10-Monats-Frist angepeilt, spricht das aber nicht aus. Grund: Hübers‘ zweite Karriere-Phase war geprägt von Ausstrahlung, nicht von Statistiken. Vor der Verletzung führte er die Abwehr zu 30 % weniger Gegentoren als in der Saison davor. Genau diese Erfahrung will Trainer Gerhard Struber nicht komplett abschreiben – selbst wenn die nächste Saison schon wieder ohne ihn startet.

Für Hübers zählt nur der nächste Schritt. Er absolviert derzeit zwei Einheiten täglich im Geißbockheim, kombiniert Reha-Bike mit Oberkörper-Kraft. Die Stimmung: gemischt. „Er schleppt sich nicht, er kämpft sich“, berichtet ein Teampartner. Die Vertragsgarantie gibt dem ehemaligen Kapitän nun die eine Sache, die man nach solch einer Verletzung am meisten braucht: Planbarkeit. Ob er sie nutzen kann, wird sich auf dem Rasen zeigen – nicht auf dem Papier.