Klopp schießt den wm-favoriten-orakel: ein außenseiter verändert alles

Jürgen Klopp lachte, als er es sagte. Dann wurde er ernst. Deutschland, Brasilien, Frankreich – klar, die üblichen Verdächtigen. Doch dann fiel ein Name, der selbst erfahrene Reporter im Saal aufhorchen ließ: Uruguay. Der Liverpool-Coach zählt das kleine südamerikanische Land zu den ernsthaften Titelanwärtern für die WM 2026.

Warum uruguay plötzlich im fokus steht

Die Celeste hat sich in den letzten Jahren lautlos, aber effizient neu erfunden. Nach dem Scheitern 2018 folgte ein radikaler Generationswechsel. Junge Spieler wie Facundo Pellistrioder Manuel Ugarte treten in die Fußstapfen von Suárez und Cavani – aber mit modernerem Spielverständnis und europäischer Erfahrung. Klopp sieht dort eine Mischung aus „uruguayischer Kampfmentalität und europäischem Taktikverständnis“, wie er gegenüber BILD verriet.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Uruguay ist seit 15 Spielen ungeschlagen, hat in der Qualifikation nur sieben Gegentore kassiert und dabei Argentinien sowie Brasilien geschlagen. Das ist kein Zufall mehr – das ist ein Trend.

Deutschland steht vor der qual der wahl

Deutschland steht vor der qual der wahl

Klopp schob seinem Heimatland allerdings auch einen verbalen Stich mit. „Wir haben Qualität, keine Frage. Aber wir haben auch Angst, diese Qualität frei auflaufen zu lassen.“ Ein Satz, der im DFB-Campus nicht ungehört verhallen wird. Die deutsche Nationalmannschaft steht – wieder einmal – an einem Scheideweg. Zwischen erhoffter Dominanz und realer Verunsicherung.

Was Klopp aber wirklich bewegt, ist nicht die Frage nach dem Favoriten. Es ist die Frage nach der Identität. Wer sind wir in einem Turnier, in dem Uruguay plötzlich als Titelkandidat gilt? Wer sind wir, wenn selbst ein kleines Land mit 3,5 Millionen Einwohnern uns zeigt, dass Größe längst keine Rolle mehr spielt?

Uruguay als WM-Favorit – das klingt nach einem Scherz. Aber der Witz wird ernst, wenn man sich die Leistungsdaten ansieht. Und vielleicht ist das der wahre Wert von Klopps Aussage: Nicht die Benennung eines Außenseiters, sondern die Erinnerung daran, dass Fußball keine Garantien mehr kennt. Wer heute nicht kämpft, ist morgen nur noch Fußnote.