Köln ringt schwenningen in der dritten overtime nieder und wartet nun auf berlin

107 Minuten und 32 Sekunden – da war Jan Luca Sennhenn endlich zur Stelle. Sein Handgelenkschlenzer kullerte ins Netz, die LanxessArena explodierte, und die Schwenninger Wild Wings brachen auf der Eismatte zusammen. Die Haie jubeln über das 2:1 im vierten Spiel, die Serie ist mit 4:0 besiegelt, die Uhr zeigte kurz nach halb zwei nachts.

Ende offen, bis der puck rollte

Patrick Russell hatte die Kölner in Führung gebracht, doch Mirko Höfflin glich 59 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit aus. Was folgte, war ein Eishockey-Marathon, der die Anzeigentafel und die Fans gleichermaßen an die Grenze brachte. Torhüter Philipp Grubauer parierte 56 Schüsse, sein Gegenüber Mate Tomljenovic 54 – Zahlen, die selbst in der NHL Seltenheitswert besitzen.

Die Haie verpassten im ersten Drittel noch drei Überzahlsituationen, agierten zu hektisch, und Schwenningen wuchs. Doch die Moral der Hausherren ließ nicht nach. „Wir haben einfach geglaubt, dass irgendwann der Riss kommt“, sagte Kapitän Moritz Müller mit zittriger Stimme. Der Riss war Sennhenn.

Berlin und mannheim müssen nachlegen

Berlin und mannheim müssen nachlegen

Während Köln bereits den Matchball verwandelte, stockt bei den anderen Topteams der Atem. Adler Mannheim kassierte in Bremerhaven eine 1:6-Klatsche und verschenkte die Chance auf den Sweep. Die Pinguins nutzten ein wildes Mitteldrittel, in dem vier Tore in 5:05 Minuten fielen. C.J. Smith, Akito Hirose, Matthew Abt und Colt Conrad drehten das Spiel binnen eines Shifts. Die Adler führen weiter 3:1, doch die Reise an die Küste wird ungemütlich.

Die Eisbären Berlin dagegen bewiesen Nervenstärke. Ty Ronning legte auf Marcel Noebels auf und erhöhte selbst zum 2:0 – alles innerhalb der ersten zehn Minuten. Straubing kam durch Tyler Madden in der 60. Minute noch heran, doch Berlin verteidigte die Führung konsequent. 3:1 in der Serie, und die Berliner können am Freitag vor heimischem Publikum den Halbfinaleinzug perfekt machen.

München und ingolstadt liefern schießstand-derby

München und ingolstadt liefern schießstand-derby

Auch im Süden wird geschossen, bis der Zähler raucht. Der ERC Ingolstadt führte nach 20 Minuten bereits 5:0 gegen Red Bull München – die Arena glich einem Schießstand. Thomas Sabo vermochte nur noch zu reduzieren, am Ende stand es 7:2. Nach vier Partien und 34 Treffern ist die Serie 2:2, und kein Torhüter wagt, seinem Coach noch in die Augen zu schauen.

Köln ruht, Köln blinzelt in Richtung Halbfinale. Die nächste Runde beginnt am 8. April – und der Gegner heißt vermutlich Eisbären Berlin. Dann wird nicht nur das Eis glühen, sondern auch die Stimmen in der Arena. Die Haie haben bereits bewiesen: Sie sind bereit, bis tief in die Nacht zu spielen. Die Uhrzeit ist ihnen egal – Hauptsache, der Puck liegt am Ende im Netz.