Napoli sucht neuen chef: allegri, italiano oder die nächste sensation?

Der SSC Napoli steht erneut am Scheideweg. Nach dem überraschenden Abschied von Antonio Conte braucht Präsident Aurelio De Laurentiis einen neuen Kommandanten, der den Meister von 2023 zurück in die Champions League führt – und das im Centenario-Jahr. Die Uhr tickt. Die Kandidatenliste ist lang, die Machtkämpfe dahinter längst im Gange.

Max allegri wartet auf das milan-signal

Im Hintergrund lauert Max Allegri. Noch ist er offiziell ohne Job, doch seine Finger sind am Puls der Liga. De Laurentiis schätzt den fünfmaligen Scudetto-Gewinner seit Jahren, einst verpassten sie sich um wenige Zentimeter. Nun könnte eine Milan-Pleite gegen Tottenham die Tür öffnen: Verliert Stefano Pioli die Champions-League-Quali, droht ihm die Entlassung. Allegri wartet ab. Er kennt die Spielchen. Und er kennt Giovanni Manna, Napolis neuer Sportdirektor, aus gemeinsamen Juve-Jahren. Ein Anruf genügt.

Doch der Präsident plant parallel schon die Alternative. Vincenzo Italiano trifft diese Woche die Bologna-Führung. Die Gespräche sind höflich, aber klar: Europa League reicht nicht. Italiano träumt von der Königsklasse, De Laurentiis weiß das. Er beobachtete den Coach schon, als dieser mit Spezia im Maradona-Stadion für Furore sorgte. 4-3-3, hohes Tempo, Offensivdruck – das passt zur aktuellen Napoli-Rosa wie ein Handschuh. Nur die Klausel fehlt. Bologna will zahlen, Napoli kann zahlen. Es ist eine Frage der Sekunden.

Andoni iraola: der außenseiter mit kick

Andoni iraola: der außenseiter mit kick

Und dann ist da noch Andoni Iraola. Der Basken-Klopper hat Bournemouth sensationell im Oberhaus gehalten, lässt seine Vertragszeit diesen Sommer auslaufen. De Laurentiis liebt solche Coups: Benítez, Ancelotti, Spalletti – er holte sie alle aus scheinbarer Bedeutungslosigkeit zurück ans Licht. Iraola spielt mutigen, intensiven Fußball, spricht fließend Italienisch aus seiner Brescia-Zeit und gilt als taktischer Workaholic. Die Verhandlungen laufen über Strohmänner, die Ablöse wäre moderat. Die größte Hürde: Überzeugung. Manna muss ihn von Projekt Napoli 2.0 überzeugen. Centenario, neues Stadion, Gewinnermentalität.

Conte hinterlässt einen gehärteten Kern. De Laurentiis prahlt: „Wir haben über 30 Profis, viele kommen zurück vom Leihgeschäft. Es reichen zwei, drei Top-Transfers.“ Die Zahlen sprechen für ihn: 77 Punkte, beste Defensive hinter Inter, 22 Saisontore von Osimhen trotz Afrikapokal-Ausfall. Die Stimmung aber ist verbraucht. Der Trainer braucht Charisma, nicht nur PowerPoint.

Ein Name ist indes vom Tisch: Maurizio Sarri. Der „Comandante“ winkte ab, wechselt zur Konkurrenz aus Bergamo. Für Napoli ein Déjà-vu. Vertrauen verspielt, Zeit verloren. De Laurentiis hasst Niederlagen – vor allem persönliche.

So sitzt er in seinem Cinecittà-Büro, entscheidet zwischen Risiko und Routine. Allegri garantiert Titel, Italiano garantiert Show, Iraola garantiert Zukunft. Eines ist klar: Wer auch immer unterschreibt, muss sofort liefern. Die Serie A startet in 75 Tagen. Die Fans warten nicht noch einmal ein Jahr. Und der Präsident? Der schreibt das nächste Kapitel seiner Trainer-Romanze. Punkt. Aus. Ende.