Wm 2026: letzte tickets vergeben – cape verde jubelt, 48 teams stehen fest
Die 23. Fußball-Weltmeisterschaft hat ihre Teilnehmerliste. Schweden, Bosnien-Herzegowina, Tschechien und die Türkei lösten am Dienstagabend die letzten europälichen Tickets – und schließen damit das 46er-Feld ab. Zwei Startplätze bleiben noch offen, doch das Bild ist klar: 48 Nationen, drei Gastgeber, ein Sommer der Superlative.
Cape verde schreibt fußball-märchen
Der Knaller kommt aus Afrika. Die Blauen Schildkröten von den Kapverdischen Inseln schafften als achtes afrikanisches Team den Sprung in die Endrunde – und niemand im Kontinent hatte sie auf dem Zettel. Mit 550.000 Einwohnern wird das Inselreich zur kleinsten Nation, die jemals eine WM erreichte. Das Rückspiel gegen Kamerun endete 1:1, das Hinspiel 3:2 – ein Ergebnis, das in Mindelo und Praia bis in die Morgenstunden gefeiert wurde.
Die Qualifikation ist kein Zufall. Trainer Bubista baute in den letzten Jahren ein Kollektiv aus zweiten und dritten Ligen Europas, angeführt von Middlesbroughs Ryan Mendes. Die Defensivreihe stand in zwölf Spielen nur sieben Gegentoren – Statistiken, die selbst Marokko neidisch machen.

Europa liefert das rekordkontingent
Mit 16 Teams stellt der alte Kontinent so viele Nationen wie nie zuvor. Deutschland, Frankreich, Spanien – die üblichen Verdächtigen. Doch die neue 48er-Regel öffnet Tür und Tor für neue Gesichter. Bosnien-Herzegowina kehrt nach zwölf Jahren zurück, Tschechien nach 16. Die Türkei profitiert vom Playoff-Modus und einem 3:0 gegen Wales. Die Folge: In der Gruppenphase treffen Stars wie Luka Modrić und Pedri auf Spieler, die sonst nur in der Conference League laufen.
Die Auslosung am 13. Dezember in New York verspricht Brisanz. Drei Gastgeber, sechs Gruppen à vier Teams, dann Achtelfinale. Die FIFA rechnet mit 5,5 Milliarden Dollar TV-Einnahmen – eine Zahl, die die Debatte über die Sportliche Sinnhaftigkeit längst übertönt.

Asien und concacaf setzen auf heimvorteil
Katar und Saudi-Arabien buchten ihre Tickets souverän – auch wenn der Gastgeber von 2022 diesmal ohne automatische Qualifikation auskam. Jordanien schafft den zweiten WM-Besuch der Geschichte, Usbekistan den ersten. Für Australien wird die Reise kurz: Von Sydney nach Vancouver sind es 12.500 Kilometer, die längste Distanz, die ein Team je zurücklegen muss.
In Nord- und Mittelamerika mischen die Kleinen mit. Haiti zog trotz politischer Unruhen und Blackouts ins Ticket – dank eines Last-Minute-Tors von Frantzdy Pierrot. Curacao profitierte vom Regelwerk: Als beste verbleibende Nations-League-Mannschaft rutschten die Karibiker durch das Hintertürchen. Die USA treten als Titelanwärter an, doch Coach Gregg Berhalter warnt: „In dieser Gruppenphase kann jeder jeden schlagen.“
Südamerika bleibt ein club der sechs
Ohne Überraschungen. Argentinien und Brasilien waren längst qualifiziert, Ecuador trotz Punktabzugs, Paraguay dank einer besseren Tordifferenz gegen Chile. Die Auslosung könnte ein Nachbarschaftsduell bringen: Brasilien gegen Uruguay – Neymar gegen Darwin Nuñez. Das wäre ein Kracher, der schon im Achtelfinale fallen kann.
Neuseeland sicherte Ozeanien den einzigen Platz. Die All Whites schlugen in einem dramatischen Playoff die Solomon Islands – und treffen nun wahrscheinlich auf die Niederlande. In Auckland wittern sie das Achtelfinale, genau wie 2010 gegen Italien.
Die letzten zwei tickets
Übrig bleiben zwei Lose. Ein interkontinentales Playoff zwischen Afrika und Asien sowie ein Zweikampf CONCACAF gegen Südamerika. Ghana oder Algerien gegen Jordanien? Panama gegen Paraguay? Die FIFA wird die Paarungen am 22. April in Zürich ziehen – und damit das letzte Puzzlestück legen.
Bis dahin heißt es für die 46 fixen Teams: Testspiele planen, Kader analysieren, Flugverbindungen studieren. Der Countdown läuft. In 456 Tagen eröffnet das Turnier in Los Angeles – und Cape Verde wird dabei sein. Das ist keine Fußball-Logik, das ist pure Faszination.
