Real sociedad: triumph und trauma einer saison
Die Saison 2025/26 der Real Sociedad endete im RCD Stadium mit einem bitteren Nachgeschmack. Ein enttäuschender zehnter Platz in LaLiga, verschärft durch die ungünstige Bilanz als das am meisten Gegentore kassierende Team, steht im krassen Gegensatz zu den euphorischen Momenten, die diese Saison doch auch bereithielt.
Ein holpriger neustart unter neuem dach
Der Abschied von Trainer Imanol, der nach 34 Jahren und fünf Jahren kontinuierlicher Teilnahme an europäischen Wettbewerben das Ruder gab, war nur der erste von vielen Rückschlägen. Der Verlust von Martín Zubimendi, einem Schlüsselspieler, traf die Mannschaft zusätzlich. Die späte Verpflichtung von Gonçalo Guedes und Carlos Soler, den vermeintlichen Verstärkungen, verzögerte den Umbau des Kaders zusätzlich. Hinzu kamen Verletzungen von Yangel Herrera und Orri Óskarsson, sowie interne Konflikte mit Sadiq und die Ausleihe von Talenten wie Álvaro Odriozola. Der Trainingsaufenthalt in Japan schien den Auftakt einer schwierigen Ära unter Sergio Francisco zu markieren.
Die ersten sechs Spieltage blieben torlos, der zweite Sieg ließ bis zur zehnten Runde auf sich warten. Die Real Sociedad fand sich in der Abstiegszone wieder, punktgleich mit dem Schlusslicht, was eine erste Krise auslöste. Sergio Francisco konnte die Wende einleiten, mit drei Siegen und einem Unentschieden in vier Spielen schien der neue Kurs gefunden. Doch die Verletzung von Oyarzabal und die darauffolgenden drei Niederlagen führten zu seinem vorzeitigen Abschied. Jon Ansotegi übernahm interimsweise, bevor Pellegrino Matarazzo vor Weihnachten das Traineramt übernahm.

Matarazzo weckt die hoffnung – und die copa del rey-euphorie
Der Trainerwechsel erwies sich als Glücksgriff. Unter Matarazzo gelangen der Mannschaft vier Siege und zwei Unentschieden in LaLiga, wodurch die Abstiegsgefahr gemindert und die Hoffnung auf Europa geweckt wurde. Im Copa del Rey erreichte die Real Sociedad das Halbfinale gegen den Athletic Bilbao in Anoeta, wo ein 0:1-Sieg die Fans in helle Aufregung versetzte. Viele sahen die Chance auf eine Finalteilnahme vor ausverkaufter Kulisse, ein lang gehegter Wunsch seit dem pandemiebedingten Finale 2021.

Der pokaltriumph überschattet das liga-debakel
Die Finalteilnahme in Sevilla wurde zum zentralen Anziehungspunkt. Die Real Sociedad besiegte den Atlético Madrid und sicherte sich den Pokaltitel – ein Triumph vor den Augen der eigenen Fans, der die bittere Enttäuschung in LaLiga in den Hintergrund drängte. Acht Spiele am Stück ohne Sieg beendeten die Liga-Saison entmutigend. Die verpasste Qualifikation für die Champions League und die mangelnde Wirkung einiger Neuzugänge sind Kritikpunkte, die bleiben.
Doch das Jahr 2026 wird in Erinnerung bleiben als das Jahr, in dem die Real Sociedad mit ihrer Anhängerschaft den Pokal in den Himmel reckte – ein Beweis für die unerschütterliche Leidenschaft und den Zusammenhalt, der diesen Verein ausmacht. Die bittere Wahrheit ist: Der Pokalsieg kaschiert die vielen Defizite der Liga-Saison, doch er gibt Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Frage ist nicht, ob die Real Sociedad aus ihren Fehlern lernt, sondern wie schnell sie den Neustart vollziehen wird.
