French open: drei deutsche jagen die sensation – swiatek startet mit warnung
Paris rührt schon am Montag die Kaffeekanne durch. Denn wer auf Roland-Garros den Favoritenstatus trägt, bekommt sofort Sand zwischen die Zähne gespuckt. Tatjana Maria, Eva Lys und Ella Seidel wissen das – und sie spielen genau deshalb frei auf.
Deutsche außenseiterinnen mit trumpf sturm
Maria trifft auf Court 14 auf Elise Mertens, eine Gegnerin, die sich in Grand-Slam-Wochen gern einmal die Sohlen auf dem roten Acker aufreibt. Die 37-jährige Schwabin hat nichts zu verlieren, außer vielleicht ihren Schläger – und genau das macht sie gefährlich. Gleiches gilt für Eva Lys, die auf Court 5 gegen Petra Marcinko ranmuss. Die 22-Jährige aus Hamburg kennt die ungarische Qualifikantin nur aus Trainingsvideos, aber ihre Vorhand fliegt seit Wochen wie ein Bumerang durch die Pariser Luft.
Ella Seidel bekommt es mit Jelena Ostapenko zu tun. Die Lettin schlug 2017 hier zu – und seitdem schlägt sie auch gern mal quer. Seidel hat die Beine, das Timing und den Mut, Ostapenko in deren eigenes Chaos hineinzulocken. Wenn die Ballwechsel länger als zehn Schläge dauern, zittert selbst der Court-6-Belag.

Swiatek startet – und das feld atmet schwer
Um 11 Uhr betritt Iga Swiatek den Court, als hätte sie die Uhr selbst gedreht. Die Polin trifft auf Wildcard-Emerson Jones, 17 Jahre jung und noch grüner hinter den Ohren als das Pariser Rasengras nebenan. Doch Swiatek schlägt keine Gegnerinnen mehr, sie schläbt Erwartungen. Jeder Ball, den sie versenkt, wird als Warnung verstanden. Jeder Winner ist ein Statement: „Ich bin noch lange nicht satt.“
Hinter den Kulissen rechnen die Konkurrentinnen schon mit ihr im Viertelfinale. Dabei vergessen sie, dass Sand die einzige Oberfläche ist, auf der ein einziger schlechter Tag reicht, um nach Hause zu fliegen – und zwar ohne Gepäck.

Monfils und wawrinka: letzte tänze auf roter bühne
Gael Monfils und Stan Wawrinka wissen, dass Paris keine zweiten Abschiede gewährt. Verliert einer von ihnen, war es das. Punkt. Kein „bis nächstes Jahr“, kein „vielleicht noch einmal“. Wawrinka trifft auf Jesper de Jong, einen Niederländer, der noch nie ein Karriereende plante. Monfils spielt in der Night Session gegen Hugo Gaston – und der Centre Court wird klingen wie ein Jazz-Club, in dem die letzte Nummer gespielt wird.
Beide haben ihre besten Jahre hinter sich, aber ihre Schläge noch vor sich. Und wenn der Sand staubt, zählt kein Ranking, nur der nächste Schritt.
Fazit: Am zweiten Tag schreibt Roland-Garros keine Geschichten – es zündet sie. Drei Deutsche ziehen die Zündschnur, Swiatek hält das Feuerzeug, Monfils und Wawrinka warten auf den Knall. Paris lacht, Paris weint, Paris spielt Tennis. Und wir schauen zu, weil wir nicht anders können.
