Kohfeldt räumt fehler ein: darmstadts verletzte stars bleiben ein risiko

Florian Kohfeldt hat es satt, sich jeden Montag rechtfertigen zu müssen. Drei Tage vor der Pressekonferenz lud der Darmstadt-Trainer deshalb zur Krisen-Runde – und lieferte eine schonungslose Analyse.

Die wahrheit über hornby, nürnberger und corredor

Fraser Hornby, Fabian Nürnberger, Kilian Corredor – Namen, die auf der Lilien-Startliste eigentlich automatisch stehen sollten. Stattdessen tauchen sie seit Wochen nur noch auf der Frageliste auf. „Wir haben physisch unseren Rhythmus verloren“, sagt Kohfeldt. Keine Ausrede, sondern eine Diagnose. Nach der Winterpause erwischte es erst sieben, dann zwölf Profis. Das Trainingslager in Portugal wurde zur Infektionswelle. „Drei, maximal fünf Jungs hatten ein normales Lager – der Rest kippte um.“

Die Konsequenz: Ein Monat ohne Spielfluss, ohne Belastungssteuerung, ohne Plan. Wer wieder auf dem Platz stand, war sofort wieder weg. Hornby musste wegen Oberschenkelproblemen passen, Nürnberger laboriert seit seiner Meniskus-OP im Oktober an Folgeschäden, Corredor war zuletzt mit Hüfte und Knie gleich doppelt gesperrt. Die medizinische Abteilung hatte sich auf Langzeit-Stabilität versteift – bis März sollte keiner mehr Kurz-Kurz eingesetzt werden. Nun kassiert Kohfeldt selbst diese Strategie ein: „Wir haben gedacht, wir können Spieler komplett durchbringen. Das war ein Fehler.“

Strategie-umstieg vor dem schalke-gipfel

Strategie-umstieg vor dem schalke-gipfel

Am Samstag kommt Schalke, Tabellenführer, mit 55 Punkten. Für Darmstadt geht es um den Anschluss an die Aufstiegsplätze. Kohfeldt wird umdenken: „Von Spiel zu Spiel“ lautet die neue Devise. Risiko inklusive. „Wenn du fragst, ob das gegen Schalke schon so sein kann – vielleicht.“ Dabei weiß er: Jede Risiko-Minute kann die nächste Reha-Auszeit bedeuten.

Matthias Bader ist das Beispiel. Nach Knie-OP im Winter war er eigentlich für Magdeburg eingeplant. Kohfeldt zog ihn zurück: „Busfahrt, 15 Minuten Einsatz, nächster verlorener Trainingstag – das bringt keiner.“ Stattdessen hofft er, Bader und Hornby für den Endspurt fit zu halten. Bei Corredor und Nürnberger wagt er kein Datum. „Corredor hat eine Hüfte, die sich immer wieder entzündet. Rafas Knie zieht den Oberschenkel mit. Die beiden werden uns noch länger beschäftigen.“

Kohfeldt spricht offen, weil er muss. Die Lilien-Fans wittern nach dem 1:3 in Hannover den Abstieg aus den Top-3. Der Trainer bittet um Geduld, aber er weiß: Geduld ist in der 2. Liga ein Luxus. Am Samstag muss Punkte her – mit oder ohne seine angeschlagenen Stars. Die Triage beginnt.