Essen verpflichtet österreichische duo trotz abstiegskampf
Die SGS Essen setzt aufs falsche Ende der Tabelle: Während der Klub drei Punkte vom rettenden Ufer trennen, haben die Essener bereits zwei Sommer-Neuzugänge aus Österreich gelandet – Selina Albrecht (19) vom SCR Altach und Anna Wirnsberger (21) von Sturm Graz.
Warum ausgerechnet jetzt?
Florian Zeutschler, Geschäftsführer der SGS, lacht das nicht aus der Ruhe bringen. „Wir sind sehr glücklich darüber, mit Selina eine Abwehrspielerin gefunden zu haben, die schon in sehr jungen Jahren zum absoluten Stammpersonal eines Topklubs in Österreich gehört“, sagt er nach der Verpflichtung von Albrecht, die in dieser Saison 15 von 16 Ligaspielen in Altach von Anfang an gespielt hat.
Die Rechnung dahinter: Wer heute nicht plant, morgen verzweifeln. Die Lizenz für die 2. Frauen-Bundesliga ist bereits beantragt, die neuen Gesichter sollen sofort Kultur schaffen – egal, in welcher Liga. Denn der drohende erste Abstieg der Vereinsgeschichte wäre nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich ein Schock. Die Neuen sollen also helfen, die Zukunft zu sichern, bevor sie beginnt.
Dabei sticht vor allem Wirnsberger hervor. Die 21-jährige Rechtsverteidigerin erzielte in 92 Bundesliga-Einsätzen für Sturm Graz zwölf Treffer – eine Quote, die selbst Stürmerinnen neidisch macht. „Für eine Defensivspielerin herausragend“, schwärmt Zeutschler. Auch Albrecht bringt internationale Erfahrung mit: 16 Spiele für österreichische U-Nationalteams stehen in ihrem Pass.

Die beiden österreicherinnen blicken nach vorn
„Mich hat sofort das familiäre sowie professionelle Umfeld überzeugt“, sagt Albrecht über ihre erste deutsche Station. „Ich möchte dazu beitragen, dass wir gemeinsam erfolgreich sind.“ Auch Wirnsberger will „den nächsten Schritt“ gehen und sich „neue Herausforderungen“ stellen. Beide kennen sich aus der U-Nationalmannschaft, was der Abwehr stabilisieren soll.
Doch die Realität ist rau: Am Freitag empfängt Essen die Bayern, sechs Spiele sind noch zu absolvieren. Der Pokalsieg gegen Werder Bremen (1:0) war ein kurzer Lichtblick, aber noch kein Befreiungsschlag. Sollte der Abstieg kommen, würde das österreichische Duo in der 2. Liga beginnen – mit dem Druck, sofort wieder aufzusteigen.
Die Botschaft ist dennoch klar: Die SGS handelt, statt zu warten. In einer Liga, in der viele Klubs erst nach der Lizenzentscheidung planen, wirkt Essen wie ein Verein, der sich selbst nicht aufgibt – selbst wenn die Tabelle es gerade tut.
