Knie-desaster: pleiß fällt sechs wochen aus – vechta wackelt im abstiegskampf

Die TSV Rasta Vechta muss den Rest der Hauptrunde ohne ihren Center-Turm bestreiten. Tibor Pleiß, 109-maliger Nationalspieler und doppelter EuroLeague-Champion, zog sich beim 102:121 gegen Ludwigsburg einen Innenbandriss im rechten Knie zu. Sechs Wochen Pause – das verkündete der Club nur Stunden vor dem 80:78 gegen Chemnitz. Die Pleiß-Lücke kommt für die Niedersachsen zur Unzeit.

Die szene, die alles kaputtmachte

„Ich hatte noch daran gedacht, in der Szene wegzubleiben“, sagt Pleiß, „aber ich wollte nicht, dass wir so einfach Punkte kassieren.“ Ein vermeintlich heroischer Dreher im Viertelquartier, doch das Knie drehte mit. Diagnose: Innenbandriss. Die Art Verletzung, die einen 36-jährigen Big Man nicht nur physisch, sondern auch psychisch trifft. In 15 Spielen lieferte er 11,3 Punkte und 5,0 Rebounds – stabil, aber nicht spektakulär. Nun fehlt genau diese Konstante.

Ohne ihn wurde Chemnitz niedergerungen, doch der Sieg ändert nichts an der Tatsache: Vechta bleibt Zwölfter (22:28), Chemnitz rutscht auf Rang elf (22:26). Die Tabelle ist ein Pulverfass. Zwischen Platz acht und dreizehn liegen nur zwei Siege. Pleiß‘ Ausfall könnte den Unterschied machen zwischen Playoff-Traum und Relegationsangst.

Was vechta jetzt verliert

Was vechta jetzt verliert

Trainer Janar Talts muss nun auf Tim Hasbargen und den jungen Justus Peuser setzen. Keiner von ihnen bringt die 2,21 Meter von Pleiß mit, keiner seine Erfahrung aus 109 Länderspielen. Die Gegner werden den Ball jetzt häufiger in die Zone tragen, sie werden aggressiver reagieren, weil sie wissen: der Riese fehlt. Die Defensive, ohnehin nur Mittelfeld (82,4 Gegenzähler pro Spiel), verliert ihre letzte Abschaltmöglichkeit.

Die nächsten Gegner: Ulm (Auswärts), Bonn (Heim), Berlin (Auswärts). Drei Klubs mit großem Frontcourt. Wenn Vechta dort die Bretter nicht sichert, rutscht es ab in die Abstiegszone. Die Saison ist nicht mehr zu retten – sie ist zu retten, wenn jetzt jemand die Pleiß-Lücke füllt. Die Uhr tickt. Die Kniebandage bleibt im Schrank.