Barcelona gegen atlético: frauen-cup-schlacht mit klarer favoritin
Am Samstagabend um 21.00 Uhr Ortszeit rollt der Ball im Estadio de Gran Canaria – und die Wahrscheinlichkeit, dass danach der Pokal erneut nach Katalonien wandert, liegt laut den Experten bei etwa 90 Prozent. Barcelona, dieses Jahr schon Meister und Supercopa-Sieger, trifft auf ein Atlético, das zwischen November und Februar drei Ligaspiele in Folge verlor und erst in den letzten Wochen wieder halbwegs Luft holte.
Die quadratur des kolchonerkreises
„Atlético braucht eine kleine Fußball-Herkules-Aufgabe“, sagt Olga García, die beide Klubs kennt. „90 Minuten auf höchstem Niveau ohne Konzentrationsloch – das haben sie diese Saison fast nie geschafft.“ Die Zahlen sprechen dieselbe Sprache: Gegen Top-4-Gegner kassierte Atlético 18 Gegentore in acht Partien, Barcelona schoss in diesen Spielen 23 Treffer. Die Lücke ist keine Erfindung der Analysten, sondern dokumentiert.
Die Madrilenen hoffen auf die Rückkehr von Graham Hansen, die nach ihrer Oberschenkelblessur wieder voll belastbar ist. Doch selbst die Norwegerin kann nur wirken, wenn das Mittelfeld nicht schon nach zehn Minuten den Faden verliert. „Wenn Barcelona die Halbräume findet, ist die Partie in 20 Minuten gelaufen“, warnt Marta Corredera. „Dann geht es nur noch darum, wie hoch die Niederlage ausfällt.“

Pajor gegen fiamma: duell auf augenhöhe, aber mit unterschiedlicher munition
In puncto Torgefahr besitzt Atlético mit Fiamma Benítez eine der effizientesten Stürmerinnen der Liga – 0,73 Tore pro 90 Minuten. Im direkten Vergleich steht ihr jedoch Barcelonas Ewa Pajor gegenüber, die bei 1,11 liegt und dazu neun Assists lieferte. „Pajor ist ein Terminator, aber Fiamma kann mit dem ersten Kontakt den Spielfplan umschreiben“, sagt Adriana Martín. „Das Problem: Sie bekommt vielleicht zwei Bälle, sie muss beide nutzen, sonst reicht es nicht.“
Barcelona wird wohl wieder mit der Doppel-Sechs aus Aitana Bonmatí und Patricia Guijarro auflaufen, wodurch Ona Batlle auf der rechten Seite noch mehr Freiheiten erhält. Die Außenverteidigerin führt die Liga-Statistik der Vorlagen mit zwölf Assists an – ein Luxus, den Atlético in dieser Form einfach nicht besitzt.

Copa de la reina: das turnier der kurzen wege
Trotz des klaren Favoriten glauben die Experten an die Magie des Pokals. „In der Liga zählt Regelmäßigkeit, im Pokal eine Sekunde“, erinnert Corredera. Und genau diese Sekunde sucht Atlético-Trainer Víctor Herrera seit Wochen. Seit seinem Amtsantritt im Februar kassierte die Mannschaft nur noch 0,8 Gegentore pro Spiel – ein Wert, der zumindest Hoffnung erlaubt. „Wir müssen das Spiel vermeiden, nicht gewinnen“, sagte Herrera nach dem Halbfinale gegen Real Sociedad. „Wenn wir es schaffen, Barcelona 25 Minuten lang zu frustrieren, wird es eng.“
Doch selbst das reicht eben nur für das Wort „eng“. Die Buchmacher zahlen auf einen Barcelona-Sieg gerade einmal 1,25 – ein Kurs, der selbst für Finalverhältnisse niedrig ist. Und die Geschichte? Die spricht ebenfalls klar: Seit 2020 gewann Barcelona jedes Finale, in dem sie stand, mit mindestens zwei Toren Differenz.
Am Ende bleibt ein Satz, der für sich steht: Entweder Atlético schafft das Kunststück, ein perfektes Spiel abzuliefern – oder Barcelona feiert den nächsten Titel und verschiebt die Grenze des Machbaren weiter nach oben. Gran Canaria wird Zeuge sein, die Medaillen sind schon graviert.
