Andreoletti fällt: padova trennt sich nach palermo-pleite
Matteo Andreoletti ist nicht mehr Trainer von Calcio Padova. Knapp eine Stunde nach der 0:2-Niederlage gegen Inzaghis Palermo löste der Klub die Ablöse aus dem laufenden Vertrag – und damit einen kleinen Erdbebenherd im Tabellenkeller der Serie B.
Die szene am euganeo: tränen, applaus, ein megafon
Statt durch den VIP-Ausgang zu schlüpfen, stellte sich Andreoletti vor die Curva Nord. Rund 300 Ultras warteten dort, skandierten seinen Namen, hielten ihre Schals hoch. Der 43-Jährige griff zu einem Megafon und sprach frei – keine Manuskript, keine Klub-PR, nur rohe Emotion. „Ich kam inmitten von Chaos, ich gehe, während wir gemeinsam stehen“, sagte er mit heiserer Stimme. „Ihr habt mir beigebracht, was Padova wirklich ist. Ich verlasse den Klub als Fan, nicht als Entlassener.“
Die Worte hallten durch die noch warmen Tribünen. Einige Anhänger weinten, andere schwenchten Fackeln. Die Polizei sicherte die Szene, doch es gab keine Rangeleien – nur einen Abschied, der selten genug ist im kalten Geschäftsfußball.

Guido pagliuca steht bereit – verhandlungen laufen
Parallel arbeitet Sportdirektor Francesco Calzona an der Nachfolge. Wie TSV Pelkum Sportwelt erfuhr, soll Guido Pagliuca noch am Sonntag die Trainingsleitung übernehmen. Der 56-Jährige war zuletzt bei Catanzaro freigestellt, gilt als 4-3-3-Apologet und soll die Defensive sofort stabilisieren. Interne Zahlen zeigen: Padova kassierte in den letzten fünf Spielen neun Gegentore – nur das Schlusslicht Cosenza war noch anfälliger.
Die Ablösesumme für Pagliuca liegt laut Insidern bei 180.000 Euro – ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass der Klub bei einem Abstieg mindestens 12 Millionen an TV-Geldern verlieren würde.

Die bilanz des fallen gelassenen
Andreoletti übernahm den Klub im Oktober 2024 auf Rang 18, holte in 23 Partien 24 Punkte, schaffte den Sprung auf Platz 14. Den Klassenerhalt sicherte er mit einem 3:1-Sieg gegen Brescia vor zwei Wochen – sein größter Erfolg. Dennoch: vier Niederlagen in Folge, keine Tore aus dem Spiel seit 312 Minuten, ein Dressing-Room, der laut Klubquellen „nicht mehr zu halten war“. Präsident Luca Zanin bedankte sich in einer knappen Pressemitteilung für „Leidenschaft und Professionalität“, erwähnte aber auch „notwendigen Neuanfang“.
Die Fans hingegen verziehen ihm die jüngste Talfahrt. „Wir haben einen Menschen verloren, nicht nur einen Coach“, sagt Curva-Sprecher Marco „Bomber“ Bellini. „Pagliuca bekommt hier eine geschlossene Kabine, aber er muss liefern – sofort.“
Am Freitag steht das Auswärtsspiel bei Reggiana an. Die Entscheidung über Pagliuca soll laut Verein „binnen 24 Stunden“ fallen. Wer dann auf der Bank sitzt, wird auch die Stimmung am Euganeo bestimmen – und damit die Saison von Padova.
