Duplantis lässt torun erzittern – wm-gold ohne rekord, mit geschichte

Armand Duplantis sprang nicht über 6,31 m, aber direkt in die Geschichtsbücher. Mit 6,25 m sicherte sich der Schwede am Samstagabend in Torun seinen vierten Hallen-WM-Titel – und stellte damit den Rekord von Sergej Bubka ein. Kein Weltrekord, klar. Aber ein Statement.

Die zahl, die zählt: 6,25 m – niemand war je höher bei einer hallen-wm

Die Halle tobte, als der 26-Jährige sich nach seinem letzten Versuch in die Hände seines Coaches fallen ließ. Davor hatte er 6,20 m schon sicher genommen, den Angriff auf die 6,31 m aus der Vorwoche aber abgeblasen. „Ich wollte heute gewinnen, nicht reiten“, sagte er später und grinste. Die Goldmedaille war sicher, die Beine noch frisch – ein Luxus, den er sich in einer Saison leisten kann, in der er schon drei Mal die Latte der Weltrekorde neu justierte.

Für Torun ist das ein Déjà-vu. Vor vier Jahren riss Duplantis hier zum ersten Mal die 6,17 m – damals noch als 20-Jähriger mit zitternden Händen und Tränen in den Augen. Heute lief er mit Kopfhörern zur Stange, tanzte während der Einlaufphase fast über die Kurve und feierte die 6,25 m, als hätte er nur einen lockeren Trainingssprung absolviert.

Silber für karalis – und eine umarmung, die alles sagt

Silber für karalis – und eine umarmung, die alles sagt

Emmanouil Karalis hatte zwischenzeitlich bei 6,20 m und 6,25 m alles riskiert. Beide Versuche rissen, doch der Grieche blieb lange genug in Reichweite, um dem Superstar die Show zu stehlen. Als Duplantis sich endgültig sicher war, lief er nicht zur Fahne, sondern direkt zu Karalis. Umarmung, Klatschen, beide lachen. Silber ging an den Athener mit 6,05 m – und ein Stück Anerkennung für einen Athleten, der 2018 in Birmingham noch vor Duplantis landete.

Kurtis Marschall sprang 6,00 m und nahm Bronze mit, fast schon nebenbei. Die große Bühne gehörte einmal mehr dem Mann, der die sechs Meter-Marke längst zur Routine erklärt hat. Statistiker wissen: Über 6 m sprang Duplantis in seiner Karriere bereits mehr als 100-mal – mehr als doppelt so oft wie Bubka.

Der rekord bleibt, die vorfreude steigt

Der rekord bleibt, die vorfreude steigt

Die Saison ist jung, der nächste Weltrekord nur eine Frage der Tagesform. In Moskau will er im Sommer die 6,40 m angreifen, verriet Duplantis nach dem Rennen. Die Gegner lauschen, die Fans rechnen schon. Bis dahin bleibt die Szene in Torun zurück – mit einem Gold, das keine fünf Minuten brauchte, um Geschichte zu schreiben.