Holland sagt adieu: darmstadt-legende verabschiedet sich mit berliner schnauze
Zwölf Jahre, zwei Aufstiege, zwei Abstiege – und eine gehörige Portion Berliner Direktheit: Fabian Holland hängt die Schuhe am Nagel. Der Kapitän des SV Darmstadt 98 verabschiedet sich am Sonntag von den Lilien-Fans, und damit geht eine Ära zu Ende, die Südhessen nachhaltig geprägt hat.
Ein „nö“ auf mallorca, das für aufsehen sorgte
Holland ist kein Mann großer Worte, aber wenn er etwas sagt, hat das Gewicht. Das bewies er bereits 2023 auf Mallorca, als die Mannschaft nach dem Aufstieg in die Bundesliga ausgelassen feierte. Während einige Spieler, angeführt von Kapitän Marcel Schuhen, die Idee hatten, sich einen Schlüssel tätowieren zu lassen, sagte Holland unmissverständlich „Nö“. Eine Geste, die seine Persönlichkeit perfekt widerspiegelt: ehrlich, direkt und ohne Umschweife. Er lässt sich nicht auf Dinge ein, die ihm nicht gefallen – eine Berliner Schnauze, die in Südhessen schnell ins Herz geschlossen wurde.

Vom berliner jung zum lilien-kapitän
Seine Karriere begann in der Jugend der Hertha BSC, gefolgt von einigen Profispielen in Berlin. 2014 führte ihn der Weg als Leihspieler nach Darmstadt, wo er in seiner ersten Saison den sensationellen Aufstieg in die Bundesliga feierte. Anders als viele andere blieb Holland den Lilien treu, auch nach dem Abstieg. „Ich habe schon gemerkt, dass das alles sehr gut zu mir passt – das Familiäre am Verein“, erklärte er später. Diese Verbundenheit machte ihn zu einem wichtigen Pfeiler der Mannschaft und schließlich 2018 zum Kapitän, dem Nachfolger von Aytac Sulu.

Mehr als nur ein spieler: intellekt und teamgeist
Unter Trainer Torsten Lieberknecht fand Holland eine neue Rolle, nicht nur als Linksverteidiger, sondern auch im defensiven Mittelfeld. Lieberknecht schätzte seine Spielintelligenz und setzte ihn dort ein, wo er das Spiel lenken konnte. Gemeinsam gelang ihnen 2023 der nächste Bundesliga-Aufstieg, ein besonderer Moment für den damals 33-jährigen Holland. Auch wenn die Saison im Oberhaus enttäuschend verlief, blieb Holland dem Verein treu. Die zunehmenden Verletzungen führten jedoch zu weniger Einsatzzeiten, aber seine Rolle als Anführer in der Kabine blieb unbestritten.
Ein abschied mit wehmut und offenen zukunftsperspektiven
Am Sonntag steht nun der Abschied an. „Dass ich am Ende zwölf Jahre hier bin, hätte ich auf keinen Fall gedacht“, so Holland. Er blickt mit Wehmut auf die vergangene Zeit zurück, aber auch mit Stolz auf das Erreichte. Seine Zukunft ist noch ungewiss, aber er schließt einen weiteren Start in einer anderen Liga nicht aus: „Für die zweite oder dritte Liga fühle ich mich schon noch gut genug.“ Doch eines ist sicher: Fabian Holland wird Darmstadt 98 immer in seinem Herzen tragen – eine lebende Legende, die den Verein mit ihrer Persönlichkeit und ihrem Einsatz bereichert hat. Seine Direktheit und Loyalität werden dem SV Darmstadt 98 fehlen.
