Eberl winkte 45 millionen gehalt ab – und bleibt trotzdem beim fc bayern
Max Eberl hat gesagt, was kaum ein Manager wagt: Er lehnte ein Angebot ab, das ihn in drei Jahren zum bestbezahlten Sportdirektor der Welt gemacht hätte. Al-Ittihad bot dem Bayern-Sportvorstand laut saudi-arabischen Insidern ein Grundgehalt von 15 Millionen Euro pro Jahr plus Boni – umgerechnet 45 Millionen für die Laufzeit. Die Antwort fiel in München nach nur zwei Gesprächsrunden aus: „Nein, danke.“
Warum der deal platzte – und was das über die machtverhältnisse in dschidda verrät
Die Verhandlungen begannen Anfang Mai, als Ramón Planes bei Al-Ittihad auf die Abschussliste geriet. Der Spanier gewann zwar 2024 die Meisterschaft mit Karim Benzema und Laurent Blanc, doch interne Quellen berichten von einem Machtkampf mit dem neuen Klubboss Loay Al-Sharif. Planes soll Transferkompetenzen entzogen worden sein; Eberl galt als Wunschkandidat für ein „neues Kapitel“, das mit einem Transferbudget von 500 Millionen Euro für die kommenden drei Spielzeiten lockte.
Doch Eberl stellte Bedingungen, die in Riad als „nicht verhandelbar“ galten: vollständige Kontrolle über Sport und Nachwuchs, ein eigenes Scoutingnetzwerk unabhängig von der Königsfamilie und ein Saisonziel, das über dem bloßen Titelgewinn liegt – kontinuierliche Champions-League-Teilnahme. Die saudische Seite wollte sich nicht festlegen. Die Gespräche endeten vor einer Woche mit einem Handschlag und einem gemeinsamen Nachtessen im Hilton Dschidda – ohne Vertrag.

Bayern reagiert mit schweigen – intern ist man laut beratern erleichtert
Im Säbener Strasse-Komplex hält man sich bedeckt. „Wir kommentieren keine Gerüchte“, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Doch intern ist man laut Vereinskreise erleichtert. Eberl gilt als Architekt des Umbruchs: Er drängte auf die Verpflichtung von Vincent Kompany, strich im Winter 20 Millionen Euro Gehalt ein und baute ein Datenmodell, das Talente unter 21 Jahren mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 73 % in die Bundesliga bringt. Sein Vertrag läuft bis 2027, eine vorzeitige Verlängerung ist laut Vorstandsrat Jan-Christian Dreesen „kein Thema – aber auch keine Frage von Geld“.
Privat spielt ebenfalls mit: Eberl heiratete 2024 die Moderatorin Natascha Fruschella, seine Tochter beginnt 2026 das Abitur in Grünwald. Freunde beschreiben ihn als „Familienmenschen, der keine zweite Karriere im Ausland mehr braucht“. Die 45 Millionen wären netto gewesen – doch Eberl habe in München „alles, was zählt“, sagt ein Berater.

Al-ittihad jagt jetzt conceição – und bayern kann sich auf die nächste transferperiode konzentrieren
Statt Eberl peilt Al-Ittihad nun Sérgio Conceição als Sportdirektor an, wie die saudische Zeitung Okaz berichtet. Der Portugiese soll 2025 frei werden, wenn sich AC Florenz nicht für die Champions League qualifiziert. Parallel lauern die Bayern auf Florian Wirtz: Eberl hat intern ein Limit von 120 Millionen Euro festgelegt – exakt die Summe, die der Klub durch die Ablehnung des Saudi-Angebots einspart. Die Ironie: Wer keine 45 Millionen annimmt, kann 120 Millionen ausgeben – und trotzdem schwarze Zahlen schreiben.
Die Botschaft ist klar: Geld regiert nicht alles. Nicht einmal in einem Land, das mit Öl-Milliarden die Sportwelt umkrempelt. Eberl bleibt – und damit die Kontinuität, die Bayern nach Jahren des Umbruchs endlich wieder nach vorne bringen soll.
