Pisonero: vom ex-pivote zum propheten des israelischen handballs

David Pisonero, einst legendärer Spielmacher bei BM Valladolid, steht nun an der Seitenlinie der israelischen Nationalmannschaft und schreibt Handballgeschichte. Der 53-Jährige, der seine Karriere als Spieler mit Würde beendete, hat in Israel eine unerwartete Renaissance erlebt und führt das Team auf einem Weg, der viele überrascht hat.

Ein unerwarteter aufstieg in der wüste

Weit entfernt von seiner Heimat Spanien, in einem Land, das von politischen Konflikten gezeichnet ist, hat Pisonero seit September 2024 die Aufgabe übernommen, Israel in die Weltspitze des Handballs zu führen. Er jongliert diese Verantwortung mit seinem Engagement als Trainer von Recoletas Atlético Valladolid, eine Bewältigung, die seinen unermüdlichen Einsatz unterstreicht. Die bisherigen Ergebnisse sprechen für sich: Israel verpasste die Qualifikation für die Europameisterschaft 2026 nur knapp und steht nun vor einer entscheidenden Begegnung im Kampf um die WM 2027 in Deutschland.

Die herausforderung gegen spanien: mehr als nur ein spiel

Die herausforderung gegen spanien: mehr als nur ein spiel

Die bevorstehende Ausscheidungspartie gegen Spanien stellt für Pisonero und sein Team eine gewaltige Hürde dar. Spanien, eine Handball-Nation mit Tradition und Weltklasse-Spielern, gilt als klarer Favorit. Doch Pisonero, der seine Karriere als Spieler in Vereinen wie BM Cantabria und Ademar León verbrachte, weiß, dass Überraschungen möglich sind. Er hat ein Team geformt, das trotz seiner jungen Erfahrung und der besonderen Umstände – das Unvermögen, in Israel selbst zu spielen, und die Notwendigkeit, Auswärtsspiele zu bestreiten – beeindruckende Leistungen gezeigt.

Die Qualifikationsrunde für die Europameisterschaft 2026 war ein Beweis für den Fortschritt des israelischen Teams. Obwohl sie den Gruppensieg verpassten, besiegten sie Polen und erkämpften sich ein Unentschieden gegen Rumänien – Ergebnisse, die vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wären. „Die Jungs haben eine fantastische Entwicklung durchgemacht“, betont Pisonero stolz. „Wir haben in der Qualifikation gegen stärkere Teams wie Polen und Rumänien Punkte geholt.“

Ein team mit charakter: integration durch sport

Ein team mit charakter: integration durch sport

Pisonero betont stets die Bedeutung des Sports als Integrationsfaktor. „Wenn ich mich entschied, Trainer in Israel zu werden, habe ich mich immer an dasselbe gehalten: Ich bin Handballtrainer und nichts anderes. Ich spreche nur über Sport und versuche, meine Arbeit so gut wie möglich zu machen.“ Die Mannschaft, die er leitet, ist geprägt von einer besonderen Atmosphäre, die sowohl auf dem als auch neben dem Spielfeld spürbar ist. Die Tatsache, dass Israel seine Heimspiele nicht im eigenen Land austragen kann, erfordert eine hohe Flexibilität und Professionalität, die das Team mit Bravour meistert.

Die beiden entscheidenden Spiele gegen Spanien werden in Buenos Aires ausgetragen, einem neutralen Boden, der die logistischen Herausforderungen noch verstärkt. Pisonero ist sich der schwierigen Umstände bewusst, sieht aber auch die Chance, Geschichte zu schreiben. „Es ist sehr erfreulich, so weit fortgeschritten zu sein und um die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft zu kämpfen, obwohl ein Sieg gegen ein Team wie Spanien äußerst schwierig erscheint. Die Unterschiede in Handball und Tradition sind enorm. Wir sehen es als Lern- und Wachstumschance.“

Pisonero weiß, dass die Aufgabe gewaltig ist, aber er und sein Team werden kämpfen – mit Leidenschaft, Entschlossenheit und dem unbedingten Willen, die Handballwelt zu überraschen. Die Reise des ehemaligen Spielmachers vom Spielfeld an die Seitenlinie hat gerade erst begonnen, und die Geschichte von David Pisonero, dem unerwarteten Propheten des israelischen Handballs, ist noch lange nicht zu Ende.