Kittel kehrt zurück: ehemaliger sprintstar coacht nun beim giro d'italia

Der frühere Sprintkönig Marcel Kittel ist zurück im Peloton – allerdings nicht mehr als Fahrer. Der 37-Jährige übernimmt beim Giro d'Italia 2026 eine völlig neue Rolle: als Sprinttrainer für das junge Team Unibet Rose Rockets. Ein Debüt sowohl für Kittel in seiner neuen Funktion als auch für das Team in einer Grand Tour.

Die achterbahnfahrt der emotionen

Für Kittel ist es eine Erfahrung, die er gut kennt. „Man hat da schon dieselbe Achterbahn, emotional gesehen. Das ist echt vergleichbar zu dem, was man als Rennfahrer auch fühlt“, so der 14-fache Tour-Etappensieger in einem Interview mit dem SID. Nach seinem Rücktritt 2019 im Profi-Radsport ist dies sein erster Schritt, und er stürzt sich mit voller Leidenschaft hinein. Seine Aufgabe ist es, sein immenses Wissen und seine Erfahrung an die jungen Sprinter des Teams weiterzugeben und so deren Entwicklung voranzutreiben.

Ein team im aufbruch

Ein team im aufbruch

Die Unibet Rose Rockets, gegründet vor nur vier Jahren von erfolgreichen YouTubern, feiern ihren ersten Auftritt bei einer Grand Tour. „Extrem wichtig“ bezeichnet Kittel dieses Rennen für die Entwicklung des Teams. Es geht darum, die jungen Rennfahrer weiterzuentwickeln und die Organisation zu etablieren. Die Wildcard für den Giro war ein erster Erfolg, die Hoffnung auf eine Einladung zur Tour de France im Sommer verblieb allerdings ausstehend.

Fokus auf den sprint – und auf dylan groenewegen

Fokus auf den sprint – und auf dylan groenewegen

Kittels primäre Aufgabe ist die Vorbereitung auf die Sprintentscheidungen. „Es geht darum, dass die Fahrer im Finale wissen, was sie zu tun haben“, erklärt er. Er möchte ihnen helfen, das ideale Lead-Out und Finale zu entwickeln – ohne dabei jedoch ihre Entscheidungsfreiheit einzuschränken. „Sie sollen sehen, was sie brauchen, um das ideale Lead-Out und Finale vorzubereiten. Das Wichtige ist, dass die Jungs dann selbstständig entscheiden.“ Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem niederländischen Sprinter Dylan Groenewegen, der einst selbst ein Rivale von Kittel war. Gemeinsam wollen sie Erfolge einfahren.

Der auftakt in bulgarien: eine chance im massensprint

Der auftakt in bulgarien: eine chance im massensprint

Die 147 Kilometer lange Auftaktetappe nach Burgas verspricht bereits einen spannenden Massensprint. Groenewegen hat hier die Chance, das Rosa Trikot zu erobern. „Natürlich ist das eine tolle Chance, aber wir müssen auch nach Tag eins noch weiter gucken“, mahnt Kittel. Denn der Giro ist für das gesamte Team eine wichtige Bewährungsprobe – ein Schritt auf dem Weg in die Weltspitze des Radsports.

Die Rockets haben seit ihrer Gründung Riesenschritte gemacht, doch die Erfahrung einer Grand Tour ist nun unerlässlich. Kittel und sein Team wollen bis zum Ende des Jahres Punkte sammeln, um in die Top 3 der Pro-Teams aufzusteigen und sich so die Wildcards für das kommende Jahr zu sichern. Das Ziel ist ambitioniert – und der Sprint wird dabei eine Schlüsselrolle spielen.