Kiel wirft bochum raus, hertha schießt düsseldorf ab – der keller kocht

Am 27. Spieltag hat die 2. Bundesliga die Schockstarre durchbrochen. Drei Abstiegskandidaten schlugen zurück, ein Aufstiegsaspirant wurde niedergemäht. Der Tabellenkeller bebt – und mit ihm der komplette Kampf um Klassenerhalt und Aufstieg.

Kiel beendet fluch – und schickt bochum in den freien fall

Neun Spiele ohne Sieg, vier Anläufe unter Tim Walter – dann platzt der Knoten. Holstein Kiel siegt in Bochum mit 3:2 und rückt auf 28 Punkte vor. Die Kieler treffen aus jeder Lücke: Kasper Davidsen trifft nach acht Minuten, Phil Harres erhöht in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs. Dazwischen: Doppelpacker Philipp Hofmann, der die Hausherren kurz vor der Pause und nach Rückkehr aus der Kabine wieder heranbringt. Doch Jonas Therkelsen donnert den Ball aus 22 Metern zum 3:2 in die Maschen – Bochums Matus Bero fliegt nach Grätsche gegen Davidsen mit Gelb-Rot vom Platz, der VfL verliert die Kontrolle und damit den Anschluss an die sicheren Plätze.

Die Zahle lautet 28 – so viele Punkte haben jetzt auch Bochum und Kiel. Die Tordifferenz aber sprielt für die Norddeutschen, und die Moral sowieso.

Hertha feiert gala – und hält düsseldorf im strudel

Hertha feiert gala – und hält düsseldorf im strudel

Berlin, 17.30 Uhr, ESPRIT-Arena. Fortuna Düsseldorf führt durch ein Eigentor von Linus Gechter, doch dann dreht Hertha auf. Fabian Reese, zurück nach Sperre, schlägt zweimal zu. Dawid Kownacki trifft gegen seinen Ex-Verein, Marten Winkler erhöht noch vor dem Pausenpfiff. Die Fortuna taumelt, Cedric Itten macht zwischenzeitlich den Anschlusstreffer, doch Luca Schuler besiegelt mit dem 5:2 am 27. Geburtstag das Debakel. Die Berliner liegen nur noch sieben Punkte hinter Rang drei – für Düsseldorf bleibt der Abstand zur roten Zone bei zwei Zählern.

Die Statistik nagt an der Arena: Nur eines der letzten sieben Heimspiele gewann die Fortuna, sie kassierte 14 Gegentore in dieser Phase – mehr als jeder andere Klub.

Münster stolpert – magdeburg entkommt

Münster stolpert – magdeburg entkommt

Am Montag noch Trainer-Aus, am Sonntag die nächste Demontage. Preußen Münster verliert das Kellerduell gegen den bislang Letzten 1. FC Magdeburg mit 1:3 und rutscht auf den letzten Rang ab. Doppelpacker Mateusz Zukowski verwandelt einen Elfmeter in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs, erhöht in der 72. Minute per Konter. Etienne Amenyido bringt Hoffnung, doch Richmond Tachie schießt in der fünften Minute der Nachspielzeit den Deckel drauf. Interimscoach Kieran Schulze-Marmeling bleibt nach dem Sechs-Pleite-Debakel in Dresden ohne Antwort – seine Bilanz: zwei Spiele, null Punkte, 1:9 Tore.

Magdeburg springt auf 25 Punkte und verlässt damit den direkten Abstiegsplatz. Die Sachsen-Anhalter holten aus den letzten beiden Partien sechs Punkte – so viele wie in den 13 Spielen davor zusammen.

Der Spieltag wirft die Frage auf: Wer tankt die nötige Reaktion? Bochum und Münster droht der freie Fall, Düsseldorf verpasst den Befreiungsschlag. Kiel, Hertha und Magdeburg atmen auf – doch die Lücke nach unten beträgt nur einen Sieg. Die nächsten 90 Minuten könnten über Sechzehnteletappen entscheiden. Der Kampf beginnt von neuem – und er wird noch brutaler.