Kehl raus, klarheit rein: bvb zündet den nächsten baustellen-coup
Am Sonntagmittag knackte es im BVB-Hauptquartier: Sebastian Kehl muss gehen – mit Sofortwirkung, nach nur einer Stunde „sehr offenem Gespräch“. Die Schwarz-Gelben trennen sich vom Mann, der die sportliche Neuordnung nach dem Abtauchen von Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc verkörperte. Die Begründung klingt simpel, ist aber brisant: Wer die Champions-League-Tickets für 2025/26 sichern will, braucht Planungssicherheit. Und die gab es mit Kehl nicht mehr.
Warum der zeitpunkt perfekt ist – und wer jetzt die fäden zieht
Die Länderspielpause ist ein Geschenk für Vereine in Umbruchstimmung. Zweiter Platz gesichert, Saisonziel erfüllt, Transferfenster noch geschlossen – ideale Bedingungen, um einen Schlusstrich zu ziehen. Ex-Nationalspieler Marcell Jansen unterschreibt die Entscheidung sofort: „Jetzt ist die einzige Phase, in der du ohne Punkteverlust den Stecker ziehen kannst.“ Die kommenden Wochen werden hitzig: Vertragsverlängerungen mit Emre Can und Ian Maatsen, die Frage um Mats Hummels’ Rolle, die Suche nach einem Top-Stürmer. Kein Raum für halbe Lösungen.
Intern rückt nun Sport-Vorstand Lars Ricken ins Rampenlicht. Offiziell übernimmt er die Kompetenzen „auf Abruf“, doch hinter den Kulissen läuft bereits die Kandidaten-Gallier-Show. Namen wie Max Eberl (Bayern) und Freiburgs Klemens Hartenbach kursieren. Auch Ex-Keeper Roman Weidenfeller wird als Bindeglied gehandelt – seine Netzwerke in der Kabine gelten als konkurrenzlos.

Hsv-szene feiert kehl – aber wird er wirklich nach hamburg?
Während in Dortmund die Tränen trocken bleiben, flimmert Kehl schon durch die Spekulationskanäle des HSV. Ex-Sportchef Jonas Boldt liefert auf WELT TV die Headline: „Sebastian passt ganz gut ins Profil.“ Gemeint ist: strukturiert, verhandlungssicher, taktisch versiert. Doch der scheinbare Slam-Dunk hat Haken. Kehls Beraterkreis verhandelt parallel mit zwei europäischen Top-Klubs, die ihm eine Generaldirektoren-Position andichten. Hamburg kann sportlich nicht mithalten, wirtschaftlich schon gar nicht.
Die Wahrscheinlichkeit, Kehl 2026 in der Volksparkstadion zu sehen, liegt laut Insidern bei unter 25 Prozent. Dafür ist der Druck zu groß, die Aussichten zu lukrativ. Bleibt die Erkenntnis: Der BVB hat einen Schnellschuss gewagt, der sich rechnen kann – wenn die Nachfolge nun binnen drei Wochen steht. Sonst droht dieselbe Planungschaos-Loop, aus der man Kehl gestern noch befreien wollte.
