Juve schnappt roma-kapitän pellegrini ab – spalletti liefert persönliches pfand

Die nächste Bombe im italienischen Sommer droht in der Hauptstadt zu platzen: Lorenzo Pellegrini, seit 25 Jahren Römer, seit fünf Jahren Roma-Kapitän, steht ohne Transferprämie und mit auslaufendem Kontrakt vor der Tür. Wer öffnet? Die Juventus. Und wer schiebt nach? Luciano Spalletti, der Coach, der den Mittelfeldstrategen einst in der Serie A reifte.

Warum die continassa plötzlich so sicher wirkt

Seit Wochen halten sich in Turin die Beruhigungsmittel für Finanzbeamte bereit: vier Millionen Euro Jahresgehalt brutto, kein Euro Ablöse. Das macht Pellegrini für einen Klub, der zwei Transferperioden hintereinander auf dem Abstellgleis stand, zur ökonomischen Glanznummer. Die Juve-Sportdirektoren Cristiano Giuntoli und Francesco Calvo haben intern bereits den Begriff „Zero-Cost-Upgrade“ für die Operation verwendet – ein Spieler, der laut Scoutingabteilung in 60 Prozent der Ballaktionen entweder den letzten Pass oder den entscheidenden Ballgewinn liefert.

Der Plan ist denkbar einfach: Spalletti sucht nach einem „Regista-mobile“, der nicht nur diagonal verteilt, sondern auch sofort gegenpresst. Mit Manuel Locatelli und Adrien Rabiot verfügt die Juve aktuell über Maschinenpisten, nicht über Spielmacher. Pellegrini würde die fehlende dritte Dimension bringen – und gleichzeitig die Kabine mit Roma-Leader-DNA impfen.

Roma zittert vor dem eigenen fan-erdbeben

Roma zittert vor dem eigenen fan-erdbeben

In Trigoria herrscht Alarmstufe Rot. Pellegrinis Berater Giampiero Pocetta hat zwar noch kein Ultimatum gestellt, doch die Signale sind laut genug: Keine Gespräche über ein neues Kontraktangebot, dafür ein Gesprächstermin Ende März mit Spalletti und Giuntoli in einem Mailänder Büro. Die Roma-Fans erinnern sich an 2014, als Daniele De Rossi trotz Juve-Gerüchten blieb – und befürchten nun das Gegenteil.

Die Zahlen sprechen gegen die Roma: Pellegrini absolvierte in dieser Saison 25 Pflichtspiele, erzielte sechs Tore, bereitete sieben vor – bei einer Erfolgsquote von 3,4 Schlüsselaktionen pro 90 Minuten. Für einen Verein, der sich Europa-League-Qualifikation erkämpfen muss, ist das Argument „Wir bieten Emotionen“ kein Argument mehr, wenn die Konkurrenz Titel und Champions-League-Sicherheit bietet.

Der zeitplan: warum die entscheidung binnen 30 tagen fällt

Der zeitplan: warum die entscheidung binnen 30 tagen fällt

Juve-Boss John Elkann will bis 15. April Klarheit, um die Budgets für 2024/25 zu finalisieren. Spalletti seinerseits braucht eine Antwort vor der Copa-America, wo Pellegrini mit Italien um den Titel spielt – ein guter Auftritt dort könnte die Gehaltsforderung nach oben schrauben. Die erste offizielle Kontaktaufnahme lief bereits über einen gemeinsamen Berater, der auch Federico Chiesa vor drei Jahren nach Turin lotsste. Die Quittung: ein Handschlag, kein Papier, aber genug, um die Roma nervös zu machen.

Ein Wechsel würde nicht nur die Machtverhältnisse in der Serie A verschieben, sondern auch ein neues Kapitel im ewigen Nord-Süd-Gefälle Italiens aufschlagen. Für die Juve wäre Pellegrini der erste Roma-Kapitän seit 1927, der direkt zum Erzrivalen wechselt. Die Roma wiederum müsste binnen 90 Tagen einen Ersatz finden, der genauso viele Tore und Leidenschaft liefert – ein Markt, der kaum Spieler mit Pellegrinis Profil und Preis freisetzt.

Die Uhr tickt. Und sie tickt laut.