Malatini fällt aus – werder bremens abwehr gerät ins wanken

Julian Malatini ist weg, der Klassenerhalt in Gefahr. Der argentinische Innenverteidiger zog sich im Kellerduell gegen Mainz einen Syndesmoseriss im linken Sprunggelenk zu, fällt für den Rest der Saison aus. Für Werder Bremen bedeutet das: Die ohnehin wackelige Abwehr verliert ihren zuletzt stabilisierenden Mann.

Thioune verliert seinen aufbauspieler

Thioune verliert seinen aufbauspieler

Trainer Daniel Thioune hatte Malatini erst zuletzt wieder fest in die Startelf zurückgeholt. Gegen Mainz lief der 24-Jährige zum vierten Mal in den vergangenen acht Spielen von Beginn an auf. „Er war gerade wirklich gut drin“, sagt Thioune, sichtlich mitgenommen. Die MRT-Untersuchung bestätigte den Verdacht: Saisonaus. Ein Schlag ins Kontor, denn die personelle Lage in der Bremer Innenverteidigung war schon vor dem 23. Spieltag angespannt.

Malatini musste in der 55. Minute runter, Mick Schmetgens kam – und direkt ins Bundesliga-Getümmel. Für den 20-Jährigen war es das Debüt in der höchsten deutschen Spielklasse. Ob er die Lücke dauerhaft füllen kann, ist offen. Die Zahlen sprechen gegen Werder: Elf Pflichtspiele absolvierte Malatini in dieser Saison, davon nur drei in der Hinrunde. Die Verletzungsanfälligkeit des Abwehrmanns ist kein neues Problem, doch nun fehlt er genau dann, wenn Bremen den Abstiegskampf nicht mehr aus eigener Kraft entscheiden kann.

Die 0:2-Niederlage gegen Mainz war bereits der vierte Auftritt ohne eigenes Tor in den letzten fünf Partien. Mit nur 22 Treffern stellen die Grün-Weißen die schwächste Offensive der Liga. Die Defensive hingegen kassierte 49 Gegentore – nur zwei Teams sind schlechter. Ohne Malatini droht die missliche Lage, sich weiter zuzuspitzen. Der Blick auf die Tabelle zeigt: Platz 15, ein Punkt Vorsprung auf Relegationsrang 16. Die Restprogramm? Noch muss Werder nach Dortmund, Leipzig und Freiburg. Gegen Mainz hätte man den direkten Konkurrenten auf Distanz halten können, stattdessen rückt der Blick nach unten immer näher.

Für Malatini persönlich ist der Riss ein weiterer Rückschlag. Nach seinem Wechsel von Boca Juniors II im Sommer 2023 wollte er in Europa Fuß fassen. Die Startphase war von Verletzungen überschattet, der Durchbruch blieb aus. Nun die erneute Zwangspause – und das, obwohl sein Einsatz gegen Mainz eigentlich der Startschuss für die entscheidende Phase sein sollte. Stattdessen heißt es: Reha statt Rasen. Zeit, die Werder nicht hat.

Thioune muss umstellen, interne Lösungen prüfen oder doch noch auf dem Transfermarkt aktiv werden – die Frist läuft am Freitag ab. Die Frage ist nicht nur, wer Malatini ersetzt, sondern ob Bremen überhaupt noch eine stabile Viererkette aufstellen kann. Die Saison ist auf Messers Schneide, und der Mann, der die Abwehr zuletzt zusammenhalten sollte, fällt genau jetzt aus. Das ist mehr als bitter – das ist brandgefährlich.