Jugendliche übernehmen olympia: ihre spielregeln für münchen 2040 stehen

Kein VIP-Park, keine Sauerei, keine Diskussionen über Milliardengraben. Im Münchner Olympiapark haben 14- bis 27-Jährige heute ihre Olympia-Version präsentiert – und die klingt, als hätten sie das IOC-Regelbuch in den Altpapiercontainer geworfen.

Die neue agenda: klettern statt kaviar

Ramona Grimm von der Münchner Sportjugend sagt es ohne Umschweife: „Wir wollen Randsportarten endlich sichtbar machen.“ Ihr Forderungskatalog liest sich wie ein Manifest gegen den Establishment-Sport. Keine 50-Meter-Becken-Choreografie, sondern urbane Sportförderprogramme für Streetball, Parkour und Bouldern. Die Jugendlichen fordern: Mindestens 30 Prozent des Programms sollen Disziplinen sein, die man nicht im Pay-TV sieht.

Michael Weiss, Vorsitzender der Bayerischen Sportjugend, schiebt nach: „Die Jungen wollen Spiele, die sie selbst gestalten.“ Das heißt: keine neuen Betonklötze, sondern modulare Hallen, die nach Olympia als Freizeitzentren bleiben. Das heißt: Ticketpreise, die nicht den Monatslohn kosten. Und das heißt: Paralympics nicht als Nachprogramm, sondern als gleichwertiges Sportfest mit gemeinsamen Eröffnungsfeiern.

Die öko-klausel: olympia wird klimapositiv oder gar nicht

Die öko-klausel: olympia wird klimapositiv oder gar nicht

Die Teilnehmer haben gerechnet: Jedes verschobene Turnier verursacht 1,4 Tonnen CO₂. Also fordern sie konsequente Kompensation: Reisen nur per Bahn, Catering ausschließlich regional, Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen. Wer nicht mitspielt, fliegt raus – das haben sie schwarz auf weiß.

Die Münchner Sportjugend will die Ideen jetzt dem Stadtrat vorlegen. Die Botschaft: Sollte München 2040 kandidieren, liegt das Dossier nicht beim IOC, sondern bei denen, die dann 18 bis 41 sind. Die Spielregeln stehen. Jetzt müssen nur noch die Erwachsenen mitspielen.