Hase/volodin jagen gold: deutsche paarlauf-cracks starten in prag
Die Eiskunstlauf-WM in Prag wird zum Schaulaufen der Superlative – und das deutsche Aufgebot zieht mit klarer Marschrichtung in die Tschechische Hauptstadt: Minerva Hase und Nikita Volodin wollen nach Bronze von Olympia den Titel.
Die favoritenrolle ist kein zufall
Die Berliner sind Vize-Weltmeister, führen die Weltrangliste an und reisen ohne die japanischen Olympiasieger sowie die Italiener nach Prag – ein Kraftakt, der Gold plausibel macht. Das Kurzprogramm am Mittwochabend (18.45 Uhr) wird zur ersten Feuerprobe, die Kür am Donnerstag könnte die Entscheidung bringen.
Daneben greift Annika Hocke mit Partner Robert Kunkel nach der großen Überraschung. „Wir haben in der Kür etwas vorbereitet, was niemand erwartet“, sagte Hocke nach dem zehnten Platz von Mailand. Das klingt nach Risiko – und nach Punkten.

Der einzel-mann ist erst 18
Genrikh Gartung feiert Debüt im Männerfeld. Der Oberstdorfer kann bereits Vierfach-Sprünge, doch Trainer Niko Ulanovsky setzt auf Erfahrung statt auf Medaillen. „Er soll mit breiter Brust und vielen Eindrücken nach Hause kommen“, so Ulanovsky. Ein Blick in die Zukunft, nicht in die Tabelle.
Im Eistanz versuchen Jennifer Janse van Rensburg und Benjamin Steffan, die Olympia-Enttäuschung abzuschütteln. Die Franzosen Fournier Beaudry/Cizeron sind zwar Favoriten, doch nach dem Rhythmustanz am Freitag kann die Tabelle springen.

Deutsche damen? fehlanzeige
Keine deutsche Frau startet – schon das zweite Jahr in Folge. Die Verbandsspitze spricht von „qualitativer Neuausrichtung“, klingt aber wie ein Euphemismus für das, was wirklich fehlt: Weltklasse-Niveau. Die Zeiten von Katarina Witt sind längst Geschichte, und der Nachwuchs kommt nur schleppend voran.
Die WM beginnt am Mittag des 25. März mit dem Frauen-Kurzprogramm – ohne deutsche Beteiligung. Dafür umso mehr Drama bei den Paaren. Malinin gegen den Rest der Welt, Hase/Volodin gegen die Georgier – und ein 18-Jähriger, der erst mal luftschnappt. Prag wird laut, das Eis glüht.
