Rugby-frauen revoltieren: world rugby plantzt kleinere bälle an!
Ein Aufschrei geht durch die Rugby-Welt: World Rugby plant die Einführung kleinerer Bälle in wichtigen Damen-Wettbewerben, darunter die WXV Global Series und die kommende Weltmeisterschaft. Die Entscheidung, die ab September und Oktober greifen soll, stößt auf heftige Kritik von Spielerinnen, die darin eine massive Verschlechterung der Spielbedingungen sehen.

Die spielerinnen sind alarmiert: "schlimmste entscheidung aller zeiten!"
Die englische Nationalspielerin Zoe Harrison fasste die Stimmung laconisch zusammen: "Es ist die schlechteste Entscheidung, die je getroffen wurde." Sie erinnert daran, dass sie seit ihrem 14. Lebensjahr nicht mehr mit einem Ball kleiner als Größe 5 gespielt habe. Die verringerte Oberfläche erschwert das Anspielen erheblich und beeinträchtigt das Spielgefühl.
Die Testläufe mit kleineren Bällen im Rahmen der Rugby-Siebener-Serie im November hatten bereits Fragen aufgeworfen. Nun sollen diese Bälle auch bei den Top-Mannschaften im 15er-Rugby zum Einsatz kommen. Während andere Sportarten, wie die Leichtathletik mit ihren angepassten Hürden oder der Basketball mit seinen kleineren Bällen, bereits Anpassungen für Damenwettbewerbe vorgenommen haben, sehen Kritiker im Rugby eine unnötige und potenziell schädliche Veränderung.
Das offizielle Ziel – die Erhöhung der Präzision und die Reduzierung von Ballverlusten – wird von vielen in Frage gestellt. Der Zweifel liegt darin, ob der vermeintliche Vorteil die negativen Auswirkungen auf das Image des Frauenrugbys aufwiegt. Die Spielerinnen befürchten, dass die ungewohnte Ballgröße die Attraktivität des Spiels mindert und die Entwicklung des Sports behindert.
Mark Harrington, Verantwortlicher für Spielerwohl und Rugby-Services bei World Rugby, versicherte, dass die Meinungen der Spielerinnen, die Verletzungsentwicklung und die Daten aus der WXV Global Series genau analysiert werden sollen. Allerdings bleibt die Frage, ob diese Analyse die bereits lautstarken Bedenken ernsthaft berücksichtigt und die Entscheidung rückgängig macht. Denn eine Sache ist klar: Die Spielerinnen fühlen sich nicht gehört und sehen ihre sportliche Leistung durch die neue Ballgröße gefährdet.
