Book stürmt aus der provinz nach dortmund – der sve bleibt die träne
Ole Book ist weg. Nach 8,5 Jahren, zwei Aufstiegen und einem Drama in der Bundesliga-Relegation verlässt der 38-jährige Sportvorstand die SV Elversberg mit sofortiger Wirkung. Sein Ziel: Borussia Dortmund, wo er die Nachfolge von Sebastian Kehl als Sportdirektor antreten wird. Die Meldung schlug am Sonntagabend ein wie ein Gewitter über der Kaiserlinde.
Ein abschied, der niemanden kalt lässt
Book selbst klingt auf der Abschiedspressekonferenz wie ein Mann, der zwischen zwei Herzen schwankt. „Diese Entscheidung ist nicht gemacht worden, weil ich hier unglücklich war“, sagt er mit belegter Stimme. „Aber Dortmund ist der Verein meiner Kindheit. Wer dort nein sagt, muss sich fragen lassen, ob er jemals Ja sagen will.“ Die Zahlen sprechen für ihn: 72 Prozent der eingesetzten Budgets flossen unter seiner Führung in die Jugendarbeit, die Quote der eigenen Regionalliga-Abstiege lag bei exakt null.
Präsident Dominik Holzer nennt den Tag „den schwierigsten meiner Amtszeit“. Book habe „die DNA des Vereins neu kodiert“, sagt er und greift nach einem Glas Wasser. „Wir haben gemeinsam dritten Stock geschrieben, wo vorher nur Dachboden war.“ Die Fans reagieren auf Social Media mit einer Mischung aus Stolz und Wut: #DankeOle trendet innerhalb von 30 Minuten auf Platz eins in Saarland, gleichzeitig hagelt es Vorwürfe, der Vorstand habe sich „verkauft“.

Was jetzt aus elversberg wird
Die Kaderschmiede verliert ihren Schmied. David Blacha, bisher Leiter Lizenzbereich und Scouting, übernimmt kommissarisch das Ruder. Intern kursiert bereits die Liste der Kandidaten: Ex-Profi Gaëtan Krebs, gerade als Co-Trainer beim 1. FC Saarbrücken vorgestellt, gilt als interne Lösung. Ex-Bundesliga-Manager Andreas Bornemann soll ein Gespräch angeboten haben. Die Saison ist noch nicht gerettet: Mit 52 Punkten auf Platz zwei hinter Schalke ist der Aufstieg greifbar, aber ohne Book könnte die Maschine ins Stottern geraten.
Die Uhr tickt. Am Freitag steht das Auswärtsspiel in Kaiserslautern an, die Länderspielpause danach nur zehn Tage. Holzer betont: „Wir werden nicht in Panik verfallen.“ Doch hinter den Kulissen laufen die Telefone heiß. Die SV Elversberg muss jetzt beweisen, dass sie mehr war als ein Ein-Mann-Projekt. Die Fans werden es mit Argusaugen verfolgen – und Ole Book wird von der Ferne zusehen, wie seine Krösusreise endet. Die Träne über der Kaiserlinde ist noch nicht getrocknet.
