Jan urbas verabschiedet sich mit tränen und torjägerrekord
446 Spiele, 196 Tore, ein einziges Herz – das reichte nicht, um Jan Urbas in Bremerhaven zu halten. Am Samstag stand der slowenische Kapitän der Fischtown Pinguins zum letzten Mal auf dem Eis der Bremerhaven Arena, umarmte seine Kinder, hielt die Frau an der Hand und ließ den Tränen freien Lauf. Die Pinguins-Fans feierten ihn mit minutenlangem Applaus, als wäre das Spiel noch nicht vorbei. Für Urbas war es das Ende einer Ära, die er selbst als „neun unglaubliche Jahre“ bezeichnete.
Die worte, die selbst harte eishockey-fans rührten
„Diese Jahre haben mir alles bedeutet“, sagte der 37-Jährige mit belegter Stimme. „Fischtown wird für immer ein Teil von mir sein.“ Urbas hatte seine Rede auf einem Zettel notiert – „ein wenig alte Schule“, wie er einräumte. Doch es war genau diese Bescheidenheit, die ihn beim Publikum unvergesslich machte. Alfred Prey, früherer Teammanager der Pinguins, hob noch einmal hervor, was viele ohnehin wussten: „Jan, du bist eine lebende Legende.“
Die Entscheidung, Bremerhaven zu verlassen, war keine leichte. Urbas selbst spricht von „vielen Ups and Downs“, aber auch von einem Team, das stets zusammenhielt. Nun zieht es ihn zurück nach Slowenien – nicht in den Ruhestand, sondern auf ein neues Eis. „Ich möchte weiter spielen, näher bei der Familie“, sagt er. Ein gemeinsamer Urlaub steht zuerst an, danach wird der slowenische Rekordtorschütze wohl wieder Schlittschuhe schnüren – nur eben nicht mehr im Norden Deutschlands.

Ein abschied, der den klub verändert
Mit Urbas verlieren die Pinguins nicht nur ihren Kapitän, sondern auch ihre Identität. Neben ihm verabschiedeten sich mit Ziga Jeglic und Ross Mauermann zwei weitere Markenzeichen. Für Teammanager Sebastian Furchner beginnt nun die heikle Phase: „Nun kommen die nicht so guten Gespräche“, sagte er nach dem Play-off-Aus gegen Mannheim. Die Fans hingegen werden sich an jenem Samstagabend erinnern, als ein slowenischer Torjäger mit Tränen in den Augen sagte: „Ihr seid die Besten.“ Und sie wussten: Er meinte es ernst.
