Italiens wm-camp steht: toronto und utah warten – wenn wir überhaupt kommen
Roter Felswüste, knallblaue Weite, knapp 2 000 Meter hoch. Herriman, Utah, 30 Kilometer südlich von Salt Lake City, wird zum Kapitän der italienischen Reise – vorausgesetzt, Italien schlägt Nordirland oder Wales im März-Play-off. Die FIFA hat die 40 Basislager für die WM fixiert, doch für die vier verbliebenen Play-off-Sieger bleibt alles hypothetisch.
Die Sieger-Nation zieht in Gruppe B ein, zusammen mit Gastgeber Kanada, der Schweiz und Katar. Das bedeutet: zwei Heimatstädte statt einer. Erst Toronto, dann Utah. Das Turnier beginnt für Italien am 12. Juni im BMO Field gegen Kanada – ein Flug von knapp vier Stunden und zwei Zeitzonen weiter als das Trainingsquartier in Utah. Deshalb wird die Squadra schon am 6. Juni in Kanada eintreffen, um Akklimatisation und Medientermine abzuhaken.

Von den rocky mountains direkt nach hollywood
Nach dem Auftaktspiel geht’s zurück in den Westen. Am 17. Juni gastiert Italien in Los Angeles gegen die Schweiz, am 23. Juni in Seattle gegen Katar. Die Strecke summiert sich auf über 4 000 Flugkilometer innerhalb von elf Tagen – eine Belastungsprobe für Athletikstaff und Reisecoach. Die Wetterlage tut ein Übriges: von 25 °C in Toronto bis knapp über 10 °C in Utah, dazu die trockene Höhenluft, die Sauerstoffsättigung senkt.
Verband und Equipe-Mediziner haben bereits ein Mikrozyklus-Konzept erarbeitet: Reduktion der Trainingsintensität um 15 % in den ersten drei Tagen nach jedem Langstreckenflug, dazu individuelle Eisbad-Protokolle und blaue Licht-Brillen gegen Jetlag. Die Daten kommen von der letzten CONCACAF-Tour im Herbst, als Italien in Cincinnati und New York spielte.
Doch die Planung kann platzen. Fällt Italien im Play-off gegen Nordirland oder Wales aus, räumen FIFA und United 2026 Organisationskomitee die Hotels in Toronto und Utah kurzfristig um. Hotels, Flugkoordination, Sicherheitszonen – alles reserviert, nichts garantiert. Die vertragliche Klausel: Stornierung bis 72 Stunden vor Ankunft ohne zusätzliche Kosten, danach drohen Millionenstrafen.
Für die Azzurri bleibt also nur eins: gewinnen in Belfast oder Cardiff. Alles andere ist Touristik. Und im Falle der Fälle wartet der wilde Westen – mit Cowboy-Feeling, Canyon-Winden und dem Druck, endlich wieder eine WM zu rocken.
