Wm in den usa: menschenrechtsgruppen warnen vor ernüchterung

Die Vorfreude auf die Fußball-WM 2026 in den USA wird von wachsender Besorgnis überschattet. Ein breites Bündnis ausivilgesellschaftlichen Organisationen warnt eindringlich vor massiven Menschenrechtsverletzungen gegenüber Fans, Spielern und Journalisten – eine Situation, die die FIFA in Schweigen hüllt und die Glaubwürdigkeit des Weltverbandes ernsthaft in Frage stellt.

Einwanderungspolitik als größte gefahr

Im Zentrum der Kritik steht die restriktive Einwanderungspolitik der Trump-Regierung, die nach Ansicht der Organisationen zu „ernsthaften Menschenrechtsverletzungen“ führen könnte. Die Warnungen reichen von willkürlicher Einreiseverweigerung und Verhaftung bis hin zu Inhaftierung und Abschiebung. Amnesty International, Reporter ohne Grenzen und zahlreiche US-Fangruppen gehören zu den Unterzeichnern der Stellungnahme, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Das Bündnis befürchtet zudem eine verstärkte Überwachung sozialer Medien, Durchsuchungen elektronischer Geräte und die Unterdrückung von Meinungs- und Protestfreiheit.

Besonders alarmierend ist die Warnung vor „grausamen, unmenschlichen oder erniedrigenden Behandlung – bis hin zum Tod – im Gewahrsam der US-Einwanderungsbehörde ICE“. Diese Ängste sind nicht unbegründet, angesichts der aggressiven Außenpolitik Trumps und der eskalierenden Einsätze der Einwanderungsbehörde, bei denen es bereits zu Todesopfern gekommen ist. Kurzzeitig gab es in Europa deshalb eine Debatte über einen möglichen Boykott der WM.

Die fifa in der verantwortung

Die fifa in der verantwortung

Die Kritik richtet sich nicht nur gegen die US-Regierung und die Austragungsstädte, sondern auch gegen die FIFA. Jamil Dakwar von der American Civil Liberties Union argumentiert, dass der Weltverband sich zwar „verbal zu den Menschenrechten bekenne, aber gleichzeitig mit der Trump-Regierung paktiere“ und damit Millionen von Menschen gefährde. Jennifer Li von Dignity 2026 ergänzt, dass das „Schweigen des Weltverbandes ohrenbetäubend“ sei. Die enge und teils kritisierte Beziehung von FIFA-Präsident Gianni Infantino zu Donald Trump verstärkt diesen Eindruck.

Die Lage ist brisant: Während die Welt sich auf ein Fußballfest vorbereitet, droht im Hintergrund ein Szenario, in dem Grundrechte mit Füßen getreten werden. Die FIFA muss endlich handeln und ihre Position klar beziehen – andernfalls riskiert sie, in die Geschichte als Komplize eines Regimes einzugehen, das Menschenrechte missachtet. Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Weltverband seine Verantwortung wahrnimmt oder ob die Warnungen der Menschenrechtsorganisationen ungesühnt bleiben.