Pechino express 2026 startet: von java nach tokio ohne cent und filter
Ab heute, 21.15 Uhr, flimmert das wohl härteste Blind-Date Deutschlands über den Bildschirm – nur dass sich die Paare schon kennen und trotzdem am liebsten fliehen würden. Die 13. Staffel von „Pechino Express“ jagt zehn Duo-Masochisten 6.000 Kilometer durch Indonesien, China und Japan – ohne Geld, ohne Handy, ohne Schönwettergarantie. Moderator Costantino Della Gherardesca wartet mit einem neuen Trick auf: Wer zuletzt ankommt, fliegt nicht nur raus, sondern muss auch das Team hinter sich mit Bus und Bahn zum nächsten Checkpoint lotsen – eine Retourkutsche, die die Quote nach oben und die Nervosität auf Level Schweißbad schraubt.

Zero-budget-trip mit promi-coaching
Lillo patrouilliert auf Sumatra, Giulia Salemi lotst durch Pekings Metro-Chaos und MotoGP-Reporter Guido Meda wartet in Tokio mit einer Samurai-Überraschung. Gedreht wurde schon vor drei Monaten, doch die Bilder wirken, als hätte die Redaktion vergessen, den Realitätsfilter einzuschalten: Zwei Paare kollabierten im Dschungel, ein Instagram-Pärchen verkaufte seine Sneaker für Bahngeld und eine Mutter-Tochter-Combo schlief versehentlich in einer Shinkansen-Werkstatt ein. Sky verspricht „extremer denn je“ – und liefert erste Beweise: Die Teilnehmer verloren zusammen neun Kilo Körpergewicht und zwei Ehen. Der Sieger kassiert 100.000 Euro, die Trostpreise heißen Sonnenbrand und blutige Fußsohlen.
Die erste Etappe führt von Jakarta nach Yogyakarta – 600 Kilometer per Anhalter, Bus, Boot und Bambus-Taxi. Wer hier versagt, landet in der Nacht im lautstarken Hotel Mama Den, einer Herberge, die laut Reisewarnung „keine Fenster, aber dafür Karaoke bis vier Uhr früh“ bietet. Die Chinesische Mauer folgt als Folterwand Nummer zwei: Ohne Yuan, dafür mit Rucksack voller Promi-Auftragskarten, müssen die Teams innerhalb von 48 Stunden von Peking nach Shenyang – 700 Kilometer per Fernbus, bei denen die Toilette meistens ein Plastikeimer ist.
Die finale Prüfung wartet in Japan. Hier darf nicht nur der Yen zählen, sondern auch die Ehre: Die letzten drei Teams duellieren sich um den Express-Gürtel auf dem 3.778 Meter hohen Fuji – mit Schneeschuhen, die aus Recycelten Bento-Boxen bestehen. Wer zuerst den Gipfel erreicht, darf im Helikopter ins Fuji-Q-Vergnügen flittern – und die Verlierer? Die schauen von der Seilbahn zu, wie ihre Träume an den Wolken vorbeiziehen.
Die Gewinner-Quote liegt bei 4,3 Prozent Marktanteil – ein Wert, den Sky intern schon als „Bergwert“ feiert. Für die 14. Staffel ist laut Produktionsfirma „Endemol Shine“ bereits Kandidatensuche – diesmal mit Stopp in Myanmar und auf den Philippinen. Kostenpunkt: zwei Millionen Euro Produktionsbudget, plus Versicherung für Reptilien-Bisse und akute Heimweh-Therapie. Eins ist sicher: Nach 60 Tagen Fernost wird kein Teilnehmer mehr behaupten, Urlaub sei Erholung. Die einzige Konstante bleibt Della Gherardesca, der mit seinem Seidenjackett und der Stimme eines Mönchs, der Pizza bestellt, wieder den Takt vorgibt – und damit beweist: Reality kann so nah am Abgrund sein, dass man die Hitze der Hölle bereits riechen kann.
