Inter peilt revanche gegen atalanta – chivus elf unter zugzwang
Sieben Punkte Vorsprung, aber die Luft wird dünn: Nach Derby-Pleite und Champions-League-Blamage gegen Bodo/Glimt muss Inter Mailand am Samstag (15 Uhr, San Siro) gegen die angeschlagene, aber gefährliche Atalanta liefern – sonst könnte die Meisterschaft plötzlich wieder offen sein.
Chivus notlage: lautaro fehlt, die stimmung kippt
Trainer Cristian Chivu zählt in der Lautsprecherkabine die Leute, die er nicht auf dem Feld hat. Lautaro Martinez’ Oberschenkel ist noch immer kein Thema für 90 Minuten, also rückt Pio Esposito in die Startelf – 20 Jahre, 1,85 m, 190 Minuten Saisonluft. Hinter ihm lauert Atalantas Sturmviertel mit Lookman-De Ketelaere-Scamacca, drei Spielern, die gemeinsam 32 Treffer erzielt haben. Die Statistik beruhigt zwar: Sieben Liga-Siege in Folge gegen die Bergamoer, zuletzt ein 3-2. Doch die Zahlen sind Makulatur, wenn die Gegenwart schmerzt. Drei Niederlagen in den letzten sechs Pflichtspielen – so schwankend war Inter seit Jahren nicht.
Die Kurve spürt’s. Im Curva Nord kursiert ein Spruchband: „Scudetto? Erst Bodo, dann Derby – jetzt Atalanta. Wer nächstes Mal schläft, fliegt.“ Die Bosse reagierten mit einer internen Krisensitzung am Mittwochabend. Ergebnis: keine Sondermaßnahmen, dafür ein Appell an die Professionalität. Der Druck kommt von außen. Mailand gewinnt in der Runde zuvor, die Lazio am Sonntagabend direkt danach im Olympico. Verspielt Inter hier Punkte, könnte der Vorsprung auf vier schmelzen – bei noch neun Spieltagen.

Atalanta unter palladino: prügel von bayern, aber die europa-league-türe steht offen
Die Gäste reisen mit 1:6-Kater an, eingebrannt von Harry Kanes Halbzeit-Hattrick. Trainer Raffaele Palladino versuchte die Niederlage als „nötigen Reality-Check“ zu verkaufen. Fakt ist: Die Champions League ist Geschichte, die Europa-League-Quali aber greifbar. Bei 46 Zählern rangiert Atalanta auf Platz sieben, nur fünf Punkte hinter dem Vierten Como. Und die Form? Zuletzt nur ein Punkt aus zwei Spielen, dafür das 2:2 gegen Udinese nach 0:2-Rückstand – ein Comeback, das Selbstvertrauen schürt.
Der letzte Sieg der Dea in Mailand datiert auf den 23. März 2014. Seitdem vier Remis, fünf Pleiten, Tordifferenz 7:18. Doch Palladino hat diese Serie vor Augen und gleichzeitig die personelle Lage im Griff: Pasalic ist zurück, De Roon fehlt gelbgesperrt. Dafür kann er auf Lookman setzen, den vielleicht schnellsten Konterspieler der Liga. „Wir fahren nicht als Touristen“, sagte er am Freitag. „Wir wollen die Beine von Inter brennen lassen.“
Für Wettfreunde lohnt ein Blick auf die Nebenwerte: Über 2,5 Tore gibt’s bei Bet365 und Eurobet bei 1,72, Über 9,5 Eckbälle bei Snai bei 1,83. Die Wahrscheinlichkeitstabelle zeigt 66 % für einen Inter-Sieg, aber die letzten fünf Aufeinandertreffen endeten dreimal mit drei oder mehr Treffern. Wer auf Tore tippt, folgt den Zahlen, nicht der Nostalgie.
Am Ende zählt nur eins: Ein Sieg rettet Inter vor dem Verbrennen der Tabellen-Fassade, ein Punkt hilft Atalanta, den Europa-Express noch zu erreichen. Entscheidender Zeitpunkt also für beide Klubs – und für Chivu die letzte Möglichkeit, vor der Länderspielpause wieder auf +10 zu springen. Sonst beginnt in Mailand ein Frühling voller Fragezeichen.
