Infantino kassiert 550.000 franken mehr – und schweigt
4,8 Millionen Schweizer Franken. So viel kassiert Gianni Infantino 2025 – ein Plus von 550.000 Franken binnen zwölf Monaten. Der FIFA-Jahresbericht liefert die Zahl, nicht aber die Erklärung. Denn während Nationalverbände um jeden Sponsor betteln, wächst das Gehalt des Präsidenten einmal mehr überproportional.
Der bonus ist die bombe
Stagniert das Grundgehalt bei 2,6 Millionen Franken, explodiert die Prämie: plus 550.000 Franken auf 2,2 Millionen. Offiziell heißt es: Erfolgsabhängig. Inoffiziell fragt sich der Verband, was für ein Erfolg. Die Klub-WM 2025 lief schleppend: Ticket-Einnahmen fielen 89 Millionen Dollar hinter Budget, VIP-Suiten blieben halb leer. Trotzdem fließt mehr Geld in die Zentralbank des Präsidenten.
Ein Blick auf die Einnahmeseite der FIFA offenbart, warum der Schalter umgelegt wurde. 2,126 Milliarden Dollar erzielte der Weltverband – ohne Männer-WM. Treiber: die Klub-WM in Saudi-Arabien. DAZN zahlte eine Milliarde Dollar für die Rechte, ein Betrag, der erst möglich wurde, als der saudi-arabische Staatsfonds PIF dem Streaming-Anbieter kurz zuvor mit derselben Summe einstieg. Acht Tage nach dem Deal sicherte sich Riad die WM 2034. Zufall nennt das keiner mehr, nicht einmal im eigenen Haus.

Neuendorf und co. kriegen das alte taschengeld
Während Infantinos Prämie steigt, bleibt die Aufwandsentschäschädigung für FIFA-Ratsmitglieder stabil. DFB-Chef Bernd Neuendorf kassiert weiter 250.000 Dollar neben seinem Gehalt in Frankfurt. UEFA-Boss Aleksander Čeferin darf 300.000 Dollar einstreichen, weil er Doppelamtinhaber ist. Die Summen klingen nach viel, sind aber Peanuts gegenüber der Präsidentenmilliarde. Die Machtfrage stellt sich morgens im Council, abends beim Banktransfer.
Der Verband rechtfertigt sich mit dem Gigantismus des Geschäftszyklus. 13 Milliarden Dollar will er von 2023 bis 2026 einnehmen, 2027 bis 2030 sogar 14 Milliarden. Die WM 2030 wird auf drei Kontinente aufgeblasen, 48, vielleicht 64 Teams. Je größer das Turnier, desto größer die Boni – so lautet die interne Logik. Die Frage, ob der Sport noch mithalten kann, stellt niemand. Infantino jedenfalls nicht. Er zählt.
Ein letzter Blick auf die Kasse: 4,8 Millionen Franken Jahresgehalt, 13.000 Franken pro Tag, 550 Franken pro Stunde – auch wenn er schläft. Die FIFA nennt das „angemessen“. Der Rest der Fußballwelt nennt es das, was es ist: ein Affront.
