Ineos kassiert dänisches millionenpaket und will die tour schon 2026 zurückerobern
Die britische Radsport-Maschine Ineos Grenadiers hat sich einen neuen Geldgeher geangelt. Ein dänisches IT-Unternehmen pumpt 100 Millionen Euro in fünf Jahren – und das Team soll noch vor der Tour de France in eine neue Ära starten.
Der deal, der die worldtour erschüttert
Die Summe ist gewaltig: 20 Millionen Euro pro Saison, verankert in einem Langzeitvertrag. Das berichtet Cyclingnews unter Berufung auf Insider. Noch gibt es keine offizielle Unterschrift, doch die internen Kreise sind sich einig: Der Vertrag ist so gut wie trocken. Für Ineos bedeutet das eine Budget-Verdopplung und die Rückkehr in die Liga der Superteams wie UAE Team Emirates oder Red Bull–Bora–Hansgrohe.
Die Strategie ist klar. Seit Egan Bernals Sieg 2019 wartet das einst dominierende Team auf den nächsten Gesamtsieg in der Grande Boucle. Die Nullnummer soll enden. Mit frischen Millionen und möglicherweise neuen Trikots samt umbenanntem Teamnamen will man beim Grand Départ in Bilbao direkt voll angreifen.

Ratcliffe bleibt, die farben wechseln
Jim Ratcliffe, Milliardär und Ineos-Chef, behält die Kontrollmehrheit. Auch der Auto-Geländewagen Grenadier bleibt Teil des Logos. Doch die visuelle DNA wird sich ändern. Neue Farben, neue Schriftzüge, neue Sponsoren-Platzierungen – alles steht zur Disposition. Die Marketingabteilung arbeitet bereits an Designs, die schon bei der diesjährigen Tour präsentiert werden könnten.
Die interne Stimmung: euphorisch. Fahrer wie Carlos Rodríguez und Tom Pidcock bekommen endlich die Ressourcen, um auf Augenhöhe mit Tadej Pogačar und Jonas Vingegaard zu kämpfen. Neue Leistungsdiagnostik, zusätzliche Helfer, mehr Windkanal-Stunden – das alles sind keine Wünsche mehr, sondern Planung.

Die zeitreise von sky zu ineos endet im höhenflug
Erinnern wir uns: Als Team Sky startete die Mannschaft 2010 mit dem Anspruch, einen britischen Tour-Sieger zu produzieren. Bradley Wiggins lieferte 2012 ab, Chris Froome schraubte das Kunststück vier Mal nach. Die Ära war geprägt von Marginal-Gains, straffer Kontrolle und einem Budget, das damals schon als exzessiv galt.
Nach der Umbenennung in Ineos 2019 schlichen sich Zweifel ein. Die Konkurrenz holte auf, die eigenen Stars alterten, die Innovation stagnierte. Mit dem dänischen Geldsegen kehrt der Selbstanspruch zurück: Totaler Angriff auf Gelb in Bilbao, keine Ausreden mehr.
Die Uhr tickt. Die Tour startet am 5. Juli. Wer bis dahin die neuen Trikots präsentiert, gewinnt nicht nur Aufmerksamkeit – er miefert sich Druck. Denn 100 Millionen Euro verlangen ihren Tribut: den gelben Trikot. Keine Statistik, keine Analyse, kein Windkanal kann das abfedern, wenn die Alpen rufen. Ineos hat die Kasse geöffnet. Jetzt muss das Bein die Rechnung begleichen.
