Ilka stuhec wirft nach dem finale in lillehammer den anker aus

Die zweimalige Abfahrts-Weltmeisterin Ilka Stuhec hat den Stecker gezogen. Nach dem Weltcup-Finale in Lillehammer ist Schluss – keine Show-Einlage, keine Tränen-Show, nur ein kurzer Satz: „Das ist meine letzte Station.“

Kein rummel, keine show – nur ski

Die 35-jährige Slowenin verkündete das Ende ihrer Karriere am Rande einer Veranstaltung auf der Peca, knapp, klar, ohne Umschweife. „Ich will die letzten beiden Rennen wie immer fahren – vorbereitet und schnell. Danach ist Zeit für alles andere“, sagte sie. Kein Extra-Lauf, keine Abschieds-Rodeo-Show in Lillehammer. Stattdessen: zwei Starts, dann Aus.

Die Bilanz ist schon jetzt ein Brett. Elf Weltcup-Siege, davon sieben in der Abfahrt, drei im Super-G, einer in der Kombination. 2017 holte sie die kleine Kristallkugel in der Königsdisziplin, 2017 und 2019 wurde sie Weltmeisterin in der Abfahrt. Die 2019er Krönung in Are war gleichzeitig der Beginn der Hölle: Kreuzbandriss im ersten Rennen danach, monatelang kein Skistiefel, kein Saft. Die Comeback-Geschichte schrieb sie 2023 trotzdem noch einmal neu mit Siegen in Cortina und Soldeu.

Verletzungen, zweifel, triumph

Verletzungen, zweifel, triumph

Stuhec war nie ein Zuckerl. Sie fuhr aggressiv, ließ sich von niemandem auf der Strecke was vormachen, schmiss sich in jede Kurve, als wäre es die letzte. Das zahlte sich aus – und nahm sich auch. Knie, Rücken, Schulter, alles mal kaputt, alles wieder zusammengeschraubt. „Ich habe nie gezählt, wie oft ich auf der Rolle lag“, sagte sie einmal. „Ich habe nur gezählt, wie oft ich wieder aufgestanden bin.“

Nun steht sie vor dem letzten Start – und sie wird sich wieder aufstellen, nur diesmal ohne Ziel vorne. Die Zeitungsschlagzeilen werden sich verflüchtigen, die Siegerehrungen verstauben. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine Skifahrerin, die ihre Disziplin mit einem Mix aus Raserei und Präzision dominierte und die nie den Fehler machte, sich selbst zu klein zu machen.

Nach Sonntag ist Schnee. Dann ist Schluss. Kein „Was wäre wenn“, kein „Noch eine Saison“. Nur ein letztes Schwungpendel, ein letztes Zielgeräusch – und Stille.