Fischer bleibt in hannover – kiel muss weiter auf den superstar warten

Justus Fischer zieht den Reißverschluss zu – zumindest für ein weiteres Jahr. Der National-Kreisläufer verlässt TSV Hannover-Burgdorf nicht vorzeitig, wie Sportdirektor Sven-Sören Christophersen nach der 27:29-Pleite gegen HSV Hamburg unmissverständlich klarmachte: „Er spielt 2025/26 garantiert bei uns.“

Kein tauschgeschäft, kein deal, kein trick

Die Gerüchte um einen möglichen Sommer-Transfer schwirrten seit Wochen durch die Halle 39. Zu verlockend: ein Weltklasse-Club wie THW Kiel, der schon 2027 ohnehin die Klausel zieht. Doch Hannovers Manager blockt ab: „Es gab keine Anfrage, keine heimlichen Treffen, keine Handgeld-Fantasien.“ Fischer selbst schickt via Bild die gleiche Botschaft zurück in den Norden: „Komfortzone verlassen“ – aber erst in zwei Jahren.

Die Vertragskonstruktion ist kristallklar: 2027 läuft die Ausstiegsklausel, 2029 endet der Sechs-Jahres-Vertrag in Kiel. Bis dahin bleibt der 23-Jährige Lebensversicherung der Niedersachsen. Hannover spart also nicht nur Spielstärke, sondern auch Marktwert – ein Transfer im Sommer hätte maximal eine einmalige Ablöse gebracht, aber die Play-off-Chancen verspielt.

Warum der verzicht kiel kaltlässt

Warum der verzicht kiel kaltlässt

THW-Trainer Filip Jícha plante intern bereits mit Fischer als Linksaußen-Backup für Sander Sagosen und als zweiter Kreisläufer neben Pálmarsson. Jetzt muss der Rekordmeister weitersuchen – oder auf die eigene Talentschmiede setzen. Die Hanseaten wollten sofort liefern, um die Lücke nach Kohls Tod/Abgängen zu schließen. Stattdessen droht ein weiteres Jahr mit der angeschlagenen linken Deckung.

Für Hannover bedeutet das: ein Top-Gehalt bleibt auf der Karte, dafür aber auch ein Leader, der mit 51 Treffern in der laufenden Saison schon jetzt über 25 % seiner Mannschafts-Tore erzielt. Die Fans feierten die Nachricht mit Sprechchören – „Justus bis 27!“ –, die lauter waren als die der Hamburger Anhänger nach dem Sieg.

Die Ironie: Fischer wird in Kiel als „nächster Schritt“ beworben, bleibt aber genau dort, wo er bereits zum Topscorer avancierte. Manchmal ist die Komfortzone eben doch der beste Sprungturm. Sommer 2027 rückt näher – aber bis dahin ballert er weiter für Hannover. Und Kiel? Warten. Ganz leise.