Horror-start in otepää: voigt rettet strelow vor dem debakel

Justus Strelow schleppte sich mit drei Strafrunden aus dem ersten Schießen, Vanessa Voigt schoss danach mit zitternder Hand – und trotzdem holte das deutsche Single-Mixed-Team Rang vier. Der Grund: Voigts Aufholjagd auf der Loipe war so gnadenlos wie nötig. 2:09,9 Minuten Rückstand auf Norwegen, aber die Nationenwertung ist gerettet.

Strelow spricht das aus, was alle dachten

„Das war mit Abstand das schlechteste Rennen, das ich je gemacht habe“, sagte Strelow ins ARD-Mikro, während Voigt neben ihm atmete, als würde sie noch einmal die letzte Runde laufen. 17 Nachlader stehen im Protokoll, drei Strafrunden hat der eigentlich beste Schütze des DSV verursacht. Doch die Katastrophe blieb aus, weil Voigt in der Verfolgung der Verfolgung alles reinwarf.

Die Rechnung ist simpel: Deutschland liegt 124 Punkte vor Finnland, zwei Rennen noch, sechs Startplätze für den Winter 2026/27 sind so gut wie sicher. Die Mixed-Staffel am Nachmittag (14.40 Uhr live) und der Sprint am Holmenkollen am Donnerstag sind jetzt reine Bonusläufe. Die Angst vor dem Abstieg aus der Top-Five ist vorbei.

Die sturzstory, die keiner filmte

Die sturzstory, die keiner filmte

Was die Kameras nicht zeigten: Strelow rutschte bereits auf der ersten Runde aus, sein Gewehr klapperte gegen den Stock, die Visiereinstellung war hin. Er schoss danach wie im Nebel, traf nichts mehr. Voigt übernahm als Achtzehnte, rannte sich wütend nach vorn, versenkte fast alles – und schob ihr Land wieder ins Sichtfeld der Podestplätze.

Der vierte Platz ist kein Erfolg, er ist ein Notstand, der halbwegs gebändigt wurde. Norwegen feierte souverän, Schweden folgte, Finnland wurde Dritter – und Deutschland darf sich jetzt wieder auf Oslo konzentrieren, statt um Punkte zu betteln.

Die Botschaft von Otepää: Selbst an Tagen, wenn sich der Schuss nicht findet, kann man sich mit Willen und Beinen noch einmal in die Schlagzeilen retten. Voigt lieferte den Beweis, Strelow lieferte das Eingeständnis. Der Rest ist Saison-Endspiel – und das beginnt mit einem Sechser-Startplatz in der Tasche.