Hoffenheim fegt heidenheim vom platz und schießt sich warm für die königsklasse

4:2 in Heidenheim, 49 Punkte, Tabellenplatz drei – die TSG Hoffenheim hat ihre Mini-Krise mit einem Schlag vergessen gemacht. Der Abstiegskandidat aus dem Brenzland kassierte die nächste Demontage und rutscht mit zwölf sieglosen Spielen am Stück immer tiefer in die 2. Bundesliga hinein.

Ohne Cheftrainer Christian Ilzer, der mit grippalem Infekt im Hotelzimmer lag, mischte Moritz Volz die Karten neu. Der Ex-Fulham-Profi stand erstmals allein an der Seitenlinie und gab sich nach Abpfiff sichtlich erleichtert: „Die Jungs haben sich die Tore erarbeitet, nicht geschenkt bekommen. Genau das wollte ich sehen.“

Prass trifft doppelt – und beendet heidenheimer widerstand

Die Gäste brauchten eine halbe Stunde, um die Anfangsnervosität abzulegen. Dann war Alexander Prass zur Stelle. Sein Schlenzer unter die Latte war der erste Durchbruch, kurz vor der Pause folgte der zweite Treffer – nach längerer VAR-Prüfung wegen Abseitsverdacht. Der 24-Jährige feierte sein erstes Bundesliga-Doppelpack und avancierte zum Matchwinner.

Nach dem Seitenwechsel schraubte Fisnik Asllani das Ergebnis auf 3:0 hoch. Erst zwei Anschlusstore des eingewechselten Luca Kerber ließ Heidenheim kurz aufhorchen, doch Tim Lemperle sorgte mit dem vierten Hoffenheimer Treffer für die endgültige Entscheidung.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Heidenheim kassierte in den letzten fünf Partien 14 Gegentore, blieb selbst dabei ohne eigenen Sieg. Die Mannschaft von Frank Schmidt wirkt ideenlos, der Glaube ist weg. Am Brenzlandstadion herrscht nach dem Abpfiff akute Stimmungslage: Pfiffe, Leere Ränge, ein Verein auf Tauchstation.

Champions-league-rakete zündet – volz lacht trotz schlamassel

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Für Hoffenheim geht es dagegen nach oben. Mit 49 Zählern festigt die TSG Rang drei und bleibt damit im Rennen um die Königsklasse. Die nächsten Gegner Union Berlin und Frankfurt werden jetzt mit erhobenem Haupt empfangen. Die interne Marschroute ist klar: mindestens Platz vier bis Weihnachten sichern, dann im Frühjahr den Sprung in die Gruppenphase wagen.

Volz nahm die Situation mit Humor. Auf die Frage, warum er den Job übernahm, antwortete er trocken: „Weil alle einstimmig fanden, dass ich das schönste Gesicht fürs Fernsehen habe.“ Spätestens beim 4:2 hatte er alle Kritiker verstummen lassen. Die TSG tickt wieder – und das mit einem Interimscoach, der vor drei Tagen noch mit der U-23 trainierte.

Heidenheim muss dagegen ums nackte Überleben kämpfen. Die rote Laterne bleibt, der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt bereits neun Punkte. Für Schmidt beginnt jetzt die Schadensbegrenzung. Der Trainer sprach von „harter Realität“ und „fehlener Leidenschaft“, doch Worte allein retten keinen Klub. Am 14. März gastiert der FCH bei Aufsteiger Holstein Kiel. Schon da könnte die Entscheidung fallen.

Die TSG reist als Sieger, Heidenheim als Verlierer. Eine Woche kann im Fußball alles verändern – und manchmal reicht ein einziger Abend, um die Richtung zu korrigieren. Für Hoffenheim geht es nach oben, für Heidenheim immer tiefer in den Keller. Die Liga ist kein Spaß, sie ist ein Rennen gegen die Zeit. Und die Uhr tickt lauter denn je.