Aaron rodgers zerlegt ex-partnerinnen im tv: „bipolar, depressiv, haben paparazzi gerufen“

Ein Satz genügte, um die Talkshow von Pat McAfee in eine privatrechtliche Schlammschlacht verwandeln: „Ich war mit klinisch bipolaren und depressiven Menschen zusammen, die nach Aufmerksamkeit süchtig waren.“ Aaron Rodgers, 42, Vierfach-MVP und Super-Bowl-Champion von 2010, schaltete am Donnerstag live via Zoom ein – und schaltete gleichzeitig die Hemmung aus. Was folgte, war kein Round-up zur neuen Saison, sondern ein Ex-Katalog der Vorwürfe.

Rodgers erzählt, wie partnerinnen seine adresse an medien verkauften

Ohne Namen zu nennen, lässt er keine Zweifel, wen er meint: Olivia Munn (2014-2017), Shailene Woodley (Verlobung 2021) und Danica Patrick (2018-2020). „Die haben die Paparazzi gerufen, Standorte durchgestochen und mich gezwungen, diese Instagram-Posts mitzumachen, die ich absolut scheiße fand.“ Dabei sei er nie ein Fan von Öffentlichkeit gewesen – weder in Beziehungen, noch im Verhältnis zu seiner Familie, die ihn nach eigenen Worten „jahrelang in den Medien beschossen“ habe.

Der Quarterback der New York Jets, der gerade wieder von einer Achillessehnen-Rehab zurückkehrt, nutzt die Sendeminuten, um sich selbst als Opfer eines „PR-Systems“ zu inszenieren. „Ich habe jahrelang geschwiegen, bis der Punkt kam: Jetzt reicht’s.“ Statt Spielzügen spricht er über Psychopharmaka, Fernsehprominenz und angebliche Lügenkampagnen. Einziges Ziel seiner Gegner: „Relevanz durch meinen Nachnamen.“

Psychologie-experten kritisken die stigmatisierung bipolarer störungen

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Was bei Rodgers als Gerechtigkeitsmonolog daherkommt, wirft bei Fachleuten alarmierende Schatten. „Depression und Bipolarität als Diffamierungswerkzeug zu nutzen, ist nicht nur unlauter, sondern schadet Millionen Betroffenen“, sagt Dr. Karen H. Lüders, Leiterin der Klinik für Psychosomatik am Universitätsklinikum Hamburg. „Wenn Prominente psychische Krankheiten zur Erklärung von Beziehungsproblemen instrumentalisieren, verfestigen sich Vorurteile.“

Die NFL selbst schweigt bislang. Auch Rodgers’ Management ließ Anfragen unbeantwortet. Dabei steht sein Vertrag bei den Jets nur noch auf 12 Monate. Sportlich steht er unter Druck: 2023 war sein erster Down-Rate bei Pässen unter 60 % gesunken, die Playoffs hat er seit 2016 nicht mehr erreicht.

Frage bleibt: wer wählt rodgers als teamkollegen, wer als feindbild?

Frage bleibt: wer wählt rodgers als teamkollegen, wer als feindbild?

Seine Fans auf X (ehemals Twitter) spalten sich: Die einen feiern „endlich ehrliche Worte“, die anderen erinnern daran, dass drei seiner letzten Head Coaches (Mike McCarthy, Matt LaFleur, Robert Saleh) ihn intern als „schwer lenkbar“ beschrieben. Sponsoring-Partner wie Adidas oder Bose halten sich bedeckt – kein Like, kein Statement, nur Stille. Die Marke „Aaron Rodgers“ war einst Synonym für Hail-Passes und Spielintelligenz, heute steht der Name für Eskapaden, die Pressekonferenzen dominieren.

Fazit: Wenn Rodgers seine Jets-Karriere retten will, muss er nicht nur die Bronco-Defense lesen, sondern auch die Raumzeit seiner Selbstinszenierung. Sonst bleibt am Ende ein Quarterback mit vier MVP-Trophäen – und einer Glaubwürdigkeit, die tiefer sackt als jeder Incomplete Pass.