Pogacar pulverisiert die konkurrenz: strade-bianche-sieg nach 77-kilometer-solo
Tadej Pogacar lässt 78 Kilometer vor dem Ziel das Feld stehen und stampft allein über die weißen Schotterwege der Toskana. Der viermalige Tour-de-France-Sieger gewinnt die Strade Bianche 2026 mit einer Minute Vorsprung – und schickt eine Warnung in Richtung Rivale Mathieu van der Poel.
Der angriff, der das rennen zerlegte
Die Attacke kam früher als erwartet. Auf dem Monte Sante Marie, 77 Kilometer vor dem Ziel, schaltete Pogacar in den Turbo. Jan Christen hatte das Tempo seines Kapitäns vorbereitet, dann trat der Slowene durch. Paul Seixas und Isaac del Toro hielten kurz mit, doch das war’s. Dahinter zerbrach das Feld in Staub und Schweiß. Über 4000 Höhenmeter lagern auf dem 201-Kilometer-Kurs, doch für Pogacar war das ein Arbeitstag mit Showcharakter.
Die Uhr stoppte bei 5:17 Stunden. Zweiter wurde der 19-jährige Franzose Seixas, 60 Sekunden zurück. Dritter del Toro – Pogacars Teamkollege, mit dem er später im Ziel die Arme hob. Für Pogacar ist es der vierte Triumph in der „Weißen Hölle“, und keiner war weniger überraschend. „Ich wollte testen, wie die Beine sind. Die Antwort war: gut“, sagte er nach dem Rennen mit einem Grinsen, das kaum Spur von Anstrengung verriet.

Van der poel bleibt zu hause – saisonduell vertagt
Mathieu van der Poel saß nicht im Sattel. Der Weltmeister schonte sich für Mailand-Sanremo, wo er am 21. März auf Pogacar trifft. Die Absage war taktisch, aber auch ein Kompliment: Wer auf einer Strecke verzichtet, auf der er sonst gern gewinnt, fürchtet sich vor dem Gegner. Pogacar nahm die Freilicht-Vorstellung trotzdem mit: „Wenn er dabei gewesen wäre, hätte ich ihn auch weggeschickt.“
Die Organisatoren hatten die Schotterpassagen für 2026 von 80 auf 68 Kilometer gekürzt – mehr Sicherheit, weniger Staub. Doch Pogacar braucht keine 80 Kilometer Schotter, um ein Rennen zu spalten. Er braucht nur einen Berg, ein paar Kurven und den Mut, früh zu attackieren. Die Konkurrenz schaut wieder auf einen Riesenvorsprung, während die Saison erst drei Wochen alt ist.
Am 21. März folgt das erste Monument. Dann will van der Poel antworten. Bis dahin bleibt Pogacar die Referenz – und die Toskana sein persönlicher Trainingsparcours.
